Amerikanerin werden – Lotta Suter

Hier beschreibt eine hochwache Zeitgenossin, was die Wahl von Donald Trump mit ihr so macht. Die mit einem Amerikaner verheiratete Schweizerin lebt in Vermont und sinniert darüber nach, die US-Staatsbürgerschaft anzunehmen. Der Prozess ist noch nicht abgeschlossen, man ist gespannt, wie sie sich entscheiden wird.

21. März 2019
09:00

Klar, seit 2001 sind die USA nicht mehr dieselben, die Nation ständig in einer Art Dauerkrieg gegen neue Feinde allüberall. Diese Überreaktion hat der Welt nicht nur zum Guten gereicht. Nach Suter ist solches Verhalten den USA gewissermassen inhärent: Irgendwie kämpft dieses Land ständig ums Überleben.

Ein Jahr lang schreibt die Autorin Tagebuch und notiert, wie sie die inneramerikanische Gegenwart wahrnimmt: Als eine zerrissene Gesellschaft – hier «Trumpianer», dort eine verstörte Linksszene, die sich in einem Zurechtfindungsprozess befindet.  Die Journalistin informiert sich breit, hat Kontakte auf alle Seiten, empört sich, analysiert, ordnet ein.

Das alles wirkt ziemlich anstrengend. Heile Welt ist da wenig zu spüren, aber das ist vielleicht in der aktuellen Situation auch nicht angebracht. Zu viel steht auf dem Spiel.  Eine Erfahrung, die man heutigentags nicht nur in den USA macht: Die Welten vieler westlichen Zivilisationen sind sehr komplex geworden, die Empfindlichkeiten und Begehrlichkeiten ebenfalls. Ob Suter ihren Wunsch, nach zwanzig Jahren Aufenthalt in den Vereinigten Staaten Bürgerin der USA zu werden, wirklich einlöst, bleibt unbeantwortet. Tatsächlich verlangen die Fristen auch, dass das erst in den Zwanzigerjahren möglich sein wird.

   

Über die Autorin

Lotta Suter (*1952) studierte Philosophie, Politologie und Publizistik in Zürich. Sie ist Mitbegründerin und langjährige Redaktorin der Schweizer Wochenzeitung WOZ. 1997 wanderte sie mit ihren vier Kindern in die USA aus. Dort lebt sie in der Nähe von Boston und arbeitet als USA-Korrespondentin für verschiedene Medien.

 

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