Auf dem Wasser treiben – Theresa Prammer

Was ist bloss mit dieser Familie los? Vater John verschwindet von einem Tag zum andern spurlos, Jahre später tut es Mutter Hannah gleich, wenn auch nur für begrenzte Zeit. Beides prägt die drei Kinder und belastet ihr Erwachsenenleben.

von
Hans Lenzi

13. Juli 2019
09:00

Tochter Emma wird Kinderbuchautorin, der ältere Sohn Fred Polizist, der jüngere Wissenschafter. Alle haben sie Mühe mit Nähe und Beziehung, am deutlichsten Stefan, der kaum spricht. Er vergräbt sich in seine universitäre Arbeit, studiert das physikalische Phänomen der so genannten Wasserbrücke, die beim Anlegen einer Hochspannung zwischen zwei Gläsern entsteht. Auf 250 Seiten werden die Charaktere geschildert, ihre verzweifelte Suche nach der Mutter, ihre zwischenmenschlichen Konflikte, und es wird nach und nach klar, wieso Vater John damals das Weite suchte. Mehr sei dazu nicht verraten.

Den Roman als «unglaublich fesselndes Werk» zu beschreiben, ist meiner Ansicht nach übertrieben. Zu oft passieren zur Vorantreibung der Geschichte Wendungen, die ein wenig platt wirken. Überhaupt präsentiert sich der Inhalt etwas künstlich, liest sich durchaus leicht, was auch einer mangelnden Tiefe geschuldet ist. So richtig warm zu werden mit diesem Buch ist nicht ganz einfach, als Überbrückungslektüre taugt es nicht schlecht.

 

Über die Autorin 

Theresa Prammer (*1974 in Wien) ist Schauspielerin und arbeitet zudem als Regisseurin. 2006 gründete sie mit ihrem Mann das Sommertheater «Komödienspiele Neulengbach». Für ihren Kriminalroman «Wiener Totenlieder» ist sie mit dem Leo-Perutz-Preis ausgezeichnet worden. Sie lebt abwechselnd in Wien und in Reichenau an der Rax.

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