Ben Affleck haucht Batman wieder Seele ein

Batman a.k.a. Bruce Wayne ist wütend - wütend auf seinen Berufskollegen Superman. Denn der Superheld in den blauen Strumpfhosen hat beim Versuch, die Welt zu retten, halb Metropolis verwüstet.

Batman (links) ist wütend auf seinen Berufskollegen Superman (Bild: ©2016 Warner Bros. Ent. All Rights Reserved.)

von
Andrin Schmidhalter

27. März 2016
01:29

Nur Bruce Wayne ist es zu verdanken, dass dabei ein kleines Mädchen nicht unter den Trümmern der Stadt begraben wurde. Anders als grosse Teile der Bevölkerung will Batman die gewaltige Zerstörung in Metropolis nicht als blosse Kollateralschäden hinnehmen. Er sieht in Superman eine potenzielle Gefahr für die Menschheit und entscheidet sich, ihm entgegenzutreten. Auf der Suche nach Kryptonit stösst Batman schon bald auf Lex Luthor, der das seltene Mineral aus einem UFO-Wrack bergen konnte. Lex Luthor hat allerdings seine eigenen Pläne. Er will die beiden Superhelden gegeneinander kämpfen sehen – bis auf den Tod.

 

Vom Actionfilm zur Comicästhetik

Nach Christopher Nolans – bei Kritikern und Fans gefeierter – Dark Knight Trilogie hat sich Snyder viel vorgenommen und seine ganz eigene Version des dunklen Ritters kreiert. Während Nolan nahezu perfekte Actionfilme ablieferte, spielt Snyder in «Batman v Superman: Dawn of Justice» wieder vermehrt mit einer Comicästhetik, wie man sie aus «Watchmen» oder «300» kennt.

Passend dazu ist auch das karikatureske Schauspiel von Jesse Eisenberg als Lex Luthor, der zuweilen stark chargiert. Die Darbietungen von Henry Cavill, Gal Gadot, Amy Adams und Jeremy Irons sind kaum erwähnenswert, da die Schauspieler entweder zu wenig Screentime bekommen oder flache Figuren spielen. Ben Affleck kann Batman, nach dem langweiligen Christian Bale, tatsächlich wieder ein wenig Seele einhauchen. Er überzeugt selbst ohne Fledermauskostüm.

 

Durchgehend dummes Verhalten

Genauso wie die Konkurrenzfilme von Marvel leidet «Batman v Superman: Dawn of Justice» an einem von Actionszenen überladenen Drehbuch, das fast komplett ohne Handlung auskommt. Bezeichnend dafür ist eine Traumsequenz von Bruce Wayne. Der Traum, in anderen Filmen meist eingesetzt um Verborgenes sichtbar zu machen, dient hier nur als Plattform für zweifellos perfekt choreografierte Kampfszenen. Ebenso störend ist das durchgehend dumme Verhalten von Batman und Superman. Sie sind völlig unberechenbar, kinderleicht zu manipulieren und somit gemeingefährlich für die Menschheit. Bis zum Ende scheinen beide nicht so genau zu wissen, wieso sie sich bekämpfen.

Viel Aufwand wurde von DC betrieben, um mit Marvel und den «Avengers» gleichzuziehen. Mit ihrem neusten, inhaltsleeren Effektfeuerwerk scheint ihnen das zumindest auf narrativer Ebene gelungen zu sein. Wie das Publikum den Film goutiert, wird sich noch zeigen. Die Box Office Prognosen lassen jedoch erahnen, dass DC auch in Zukunft nicht viel an ihrem Konzept verändern muss. So bleibt nur zu hoffen, dass wenigstens 20th Century Fox das hohe Niveau ihrer «X-Men»-Reihe halten kann, damit Comicverfilmungen nicht komplett in der Bedeutungslosigkeit versinken.


Fazit: 2 von 5 Punkten

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