Cox oder der Lauf der Zeit – Christoph Ransmayr

In seinem neusten Roman führt uns der österreichische Autor Christoph Ransmayr ins China Ende des 18. Jahrhunderts.

26. Februar 2017
21:00

Alister Cox, ein englischer und sehr begnadeter Uhrmacher (nach einem realen Vorbild) reist mit seinen drei Angestellten in die Verbotene Stadt, um dort auf Wunsch des Kaisers Qiánlóng Uhren zu bauen. Keine gewöhnliche Uhren, sondern Uhren, die zum Beispiel das Zeitempfinden eines spielenden Kindes darstellen oder Uhren, an denen die Zeiten des Glücks oder von Krankheiten oder Tod abzulesen sind. Der grausame, gottgleiche Kaiser verlangt zu guter Letzt auch eine Uhr zur Messung der Ewigkeit: Eine Uhr also, die unabhängig vom Menschen weiter existiert und sich aus einer niemals endenden Energiequelle speist. Cox weiss, dass er diesen ungeheuerlichen Auftrag nicht erfüllen kann. Trotzdem macht er sich an die Arbeit, da ihm sonst die Todesstrafe droht.

In diesem sprachlich kunstvollen, fast märchenhaft anmutenden Roman wird uns die Vergänglichkeit des Lebens deutlich vor Augen geführt. Auch der Wunsch des Menschen, etwas zu hinterlassen, das seine kurzbemessene Zeit auf Erden überdauert, wird im Roman thematisiert. Die Sprache bleibt immer poetisch, sei es, dass eine exotische Naturszene beschrieben oder aber die technische Konstruktion einer Uhr aus den wertvollsten Materialen geschildert wird.


Berührend

Mit «Cox oder der Lauf der Zeit» ist Christoph Ransmayr ein Roman gelungen, der uns in seiner wunderschönen Sprache berührt und zum Geniessen und Nachdenken anregt. 


Über den Autor

Christoph Ransmayr, geboren 1954 in Wels, ist ein österreichischer Schriftsteller. Es studierte Philosophie und Ethnologie und lebt in Wien. Für seine Bücher erhielt er zahlreiche literarische Auszeichungen.

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