«Das sind alles Fluchtfantasien»

Sophie Hunger tritt am 9. April am Zermatt Unplugged auf, fährt daneben aber auch Ski und bezeichnet sich als Mensch mit nervösen Charakterzügen.

Sophie Hunger (Bild: zVg)

von
Reinhold Hönle

24. März 2019
09:00

Sophie Hunger, wie anforderungsreich ist es, die Songs Ihres elektronischen Albums «Molecules» in Zermatt Unplugged umzusetzen?

Das wird bestimmt nicht ganz einfach. Aber wir haben zwei ganze Tage Proben angesetzt. Also, wenn ich da nicht auf ein paar gute Ideen komme, dann kann ich den Laden gleich dicht machen. Ich werde auch drei neue Nummern spielen, die gerade fertig sind. «Halluzinationen» (Story Of My Life), «Rote Beten aus Arsen» (das Böse) und «Liquid Air» (Liebe im Suff). Ich schreib vielleicht noch paar mehr zum Testen am Hang.

 

Sind Sie eine Künstlerin, die sich immer wieder aus der eigenen Komfortzone bewegt, um sich herauszufordern und weiterzuentwickeln?

Ich glaube, die Wahrheit ist ein bisschen weniger beeindruckend. Ich würde mich als Menschen mit nervösen Charakterzügen bezeichnen, der nicht ruhig am selben Ort bleiben kann und in der Musik den ultimativen Eskapismus sucht. Das sind alles Fluchtfantasien. Anstrengend. 

 

Mit welchen Erinnerungen reisen Sie ans Zermatt Unplugged?

Ich war noch nie am Zermatt Unplugged, ist das schlimm? Aber ich habe kürzlich ein Konzert von Bill Rider Jones in Berlin gesehen, wo er seine neue Platte ganz alleine am Klavier vorgestellt hat. Er kann noch schlechter Klavier spielen als ich, aber es war sehr berührend. Das hat mich beruhigt. 

  

Was empfinden Sie, wenn Sie das Matterhorn live sehen?

Sehr erhaben, furchteinflössend, schön. Aber auch ein bisschen nervig. Ständig dieselbe Form. Und ein bisschen grosskotzig. Autoritär. Letztes Jahr hab ich dort eine Skitour mit meinen Alpinisten-Ultras-Freunden aus Wipkingen gemacht. Die haben geschworen, wir würden null Risiko eingehen. Am Ende traversierten wir einen Lawinen-gefährdeten Hang. Vielen Dank für zehn Minuten Todesangst! 

  

Können Sie länger in Zermatt bleiben?

Ja, ich bleibe drei Tage und gehe Ski fahren, falls es Schnee hat. Das Festival offeriert das allen spielenden Musikern, la classe! 

Dienstag, 9. April, 22.45 Uhr
www.zermatt.unplugged.ch

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