Der Letzte meiner Art – Lukas Linder

Der Erstling des im zürcherischen Uhwiesen geborenen Linders liest sich flüssig, hat durchaus Witz. Der Roman schildert das einigermassen erfolglose Leben einer alteingessenen Bernerfamilie aus der Perspektive ihres Sohnes Alfred von Ärmel.

von
Hans Lenzi

03. Januar 2019
09:00

Auf die Frage, warum man des Autors Buch lesen sollte, antwortet er selber so: «Weil es endlich mal kein Buch zur Debatte ist. Zu gar keiner. Mit diesem Buch kann man nirgendwo mitreden oder an Partys auftrumpfen. Nein. Wer dieses Buch liest, isoliert sich total und findet sich wieder im Angesicht einer tiefen, rabenschwarzen Leere. Ab dem 6. Lesealter geeignet.» Das kann man durchaus auch als Understatement verstehen.

Alfred von Ärmel, Sohn einer reichen Berner Familie, ist ein Aussenseiter. Und stolz auf seinen heldischen Urahn, welcher in Marignano vierzig Franzosen mit seiner Hellebarde ins Jenseits befördert hat. Aufgewachsen in einer kalten Familie, gehänselt von Schulkollegen und gemieden von den Mädchen, versucht er es, allen recht zu machen. Seine Anstrengungen, selber ein Held zu werden, scheitern. Viele der geschilderten Gestalten kommen komisch daher, speziell auch seine Mutter. Alles wird mit Humor serviert. Nach Linder: «Ein Roman, wie gemacht für eine Nacht am offenen Kamin.» Dem ist zuzustimmen.

 

Zum Autor

Lukas Linder (*1984 im Kanton Zürich) studierte Germanistik und Philosophie in Basel. Er ist Dramatiker, schrieb unter anderem für das Theater Basel und wurde mit mehreren Preisen, darunter dem Kleist-Förderpreis und dem Publikumspreis des Heidelberger Stückemarkts, ausgezeichnet. «Der Letzte meiner Art» ist sein Romandebüt.

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