Die Adoption: Qinaya – Zidrou und Monin

In Arequipa bebt die Erde, die Zahl der Todesopfer liegt im fünfstelligen Bereich. Was wir nebenbei mit dem Rentnerpaar Rysette und Gabriel in den Nachrichten erfahren, wäre schnell vergessen, wenn nicht kurze Zeit darauf ein vierjähriges Mädchen in ihr Leben träte.

28. Juni 2018
09:00

Ihr Sohn Alain und Schwiegertochter Lynette, ein bisher kinderloses französisches Paar in den Vierzigern, adoptiert die Waise Qinaya und macht die Eltern dadurch unverhofft zu Grosseltern. Während sich die Grossmütter mit viel Elan auf die neue Aufgabe stürzen und auch das Umfeld wohlwollend und interessiert mit der neuen Situation umgeht, tut sich Gabriel, der schon seinen eigenen Kindern ein eher distanzierter Vater war, anfangs schwer. Er grummelt und schickt sich eher zögerlich in die neue Rolle. Das kleine peruanische Mädchen erobert aber im Nu sein Herz und bringt Schwung in seine festgefahrenen Gewohnheiten.

Am Ende kommt es zu einer dicken Überraschung. Gabriel bleibt ein letztes «Achachi – Grossvater», bevor Qinaya weggeführt wird. Auf die Fortsetzung darf man gespannt sein.

Die Illustrationen sind prall und sattfarben; mit dunklen Kulleraugen, Fröhlichkeit und Neugier entzückt das aufgeweckte Kind und verbindet alle zu einer grossen Familie. Szenen mitten aus dem Leben gegriffen, in denen auch mal ins Bett gepinkelt oder nach der richtigen Mutter gefragt wird, berühren und sind ein Genuss ohne jeden Kitsch. 

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