Die Erfindung des Marxismus – Christina Morina

Die Ideen und Erkenntnisse Karl Marx‘ haben zu seiner Zeit viele Leute in Bann gezogen. Sie hallen zum Teil bis heute nach. Im Buch werden Mitdenker und Beförderer dieser Weltanschauung näher gebracht.

von
Hans Lenzi

10. Mai 2018
09:00

Die Konsumation dieser fast 600 Seiten verlangt Ausdauer. Meiner Ansicht nach lebt es vor allem von der Darstellung wesentlicher Figuren aus jener Generation marxistischer Denker. Man erhält Einblick in die Lebenswelten einer Rosa Luxemburg, von Lenin, eines Jean Jaures und anderen. Man erkennt von Neuem, dass der Schritt von der theoretischen Auseinandersetzung bis hin zur praktischen Tat nicht allen gelingt. Und man spürt heraus, dass Marxens Ideen zur damaligen Zeit für gewisse Leute wirklich grundstürzend waren: Die Welt verändert sich nicht nur, sondern sie lässt sich verändern, was schliesslich – laut Autorin – zu einem «der zerstörerischsten Sozialexperimente in der Menschheitsgeschichte» führte. Leider hat das Werk, vor allem gegen den Schluss hin, einige Längen.

 

Über die Autorin

Christina Morina (*1976) studierte Geschichte und Politikwissenschaft an verschiedenen Universitäten und promovierte 2007 mit einer Arbeit über den Russlandfeldzug. Seit 2015 ist sie Visiting Assistant Professor am Duitsland Institut der Universität Amsterdam.

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