Die Unvollkommenheit der Liebe – Elizabeth Strout

Lucy Barton ist nach einer Blinddarmoperation, die eine rätselhafte Infektion zur Folge hat, für neun Wochen ans Krankenhausbett gefesselt. Ihr Mann und ihre Töchter können sie nur selten besuchen. Eines Tages sitzt ihre Mutter, die sie lange nicht gesehen hat, an ihrem Bett.

von
Stadtbibliothek Baden

05. Februar 2017
05:00

Jahrelang haben sie sich nicht mehr gesehen und für Lucy ist es ein bedeutender Besuch, denn die Beziehung zu ihr war nie besonders innig. In langen Gesprächen werden Erinnerungen an ihre Kindheit und Jugend wach, die sie längst hinter sich gelassen zu haben glaubt. Die Familienverhältnisse und vor allem das Verhältnis zum Vater waren schwierig, es mangelte an Zärtlichkeit und Zuneigung und an Geld. Sie lebten in einem kleinen Kaff in Illinois und waren so arm, dass Lucy ihren Bruder dabei begleitet hat, wenn er in Mülltonnen nach Essbarem suchte. Doch Lucy hatte schon in jungen Jahren einen Traum: sie will Schriftstellerin werden!

Sie traf immer wieder auf Menschen, welche ihr Wärme und Zuneigung entgegenbrachten, sie wertschätzten und sie ermutigten, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen und den Traum zu verwirklichen: angefangen von einem Lehrer, der ihre Schulklasse abkanzelt, weil die Mitschüler Lucy demütigen, bis zu dem Psychoanalytiker Jeremy, ihrem Nachbarn in New York, der ihr unaufdringlich und unausgesprochen signalisierte, dass nichts unmöglich ist. So lässt Lucy das bisherige Leben Revue passieren, schaut immer wieder durch das Zimmerfenster auf die Lichter des Chrysler-Buildings und ist bereit, nach ihrem Spitalaufenthalt ihrem Leben neue Inhalte zu geben.


Berührende Geschichte!

Der Roman ist sehr berührend geschrieben. Er erzählt die Geschichte einer Frau, die trotz aller Widrigkeiten ihren Weg geht. 


Über die Autorin

Elizabeth Strout, geboren 1956 in Portland, ist eine amerikanische Schriftstellerin, die für ihren Roman «Olive Kitteridge» den Pulitzer-Preis für Romane erhalten hat.

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