Die Welt, die ihr nicht mehr versteht – Samuel Koch

Auf 156 Seiten erklärt der Autor, wieso die Alten angesichts der digitalen Wirklichkeit endlich abdanken und den Jungen die Bühne überlassen sollen. Denn: «Ihr erkennt die Welt, in der wir, die junge Generation, leben, nicht mehr, und schon gar nicht versteht ihr sie.»

von
Hans Lenzi

08. Februar 2020
09:00

Das Buch ist für gewisse Ohren zweifelsohne eine grosse Provokation und kommt ziemlich selbstherrlich daher. Ein Gegner: Das Werk erscheint mir unglaublich arrogant – Unterstützung und Hätschelung durch die Alten gerne, aber bitte gefälligst die Fresse halten. Einer ganzen Altersgruppe die Entscheidungsfähigkeit abzusprechen, ist zutiefst undemokratisch. Man kann den Spiess auch umdrehen und behaupten: Die Jungen verstehen die Alten nicht mehr.

In acht Kapiteln – u.a. Bildung, Politik, Beschleunigung und Verantwortung – geht der 25-jährige Koch die Tatsache an, dass unsere Welt immer tiefer durchdigitalisiert wird. Bereits selbst Unternehmer, lebt er auf der Überholspur und entwirft beispielsweise eine Schule, in welcher die Schüler die Lehrer unterrichten und diese auf den letzten digitalen Stand gebracht werden sollen. Traditionen nachzuhängen, das verlangsamt bloss, mit spätestens 40 sollte man sich zurückziehen und den jungen Leuten die Bühne überlassen. Koch ist überzeugt, dass die neue Generation leistungsbereit ist, aber vor alle Struktur immer die Freiheit setzt. Sie seien auch beziehungsfähig, aber halt ausserhalb gewohnter Schemen.

So und ähnlich geht’s weiter. Manchmal muss man als Älterer schwer schlucken, aber die Konsumation dieser speziellen Ansichten lohnen sich dennoch.

 

Über den Autor

Samuel Koch, geboren 1994, gründete nach dem Informatik-Studium ein Software-Unternehmen. Vor einigen Jahren rief er mit einem Partner die Startup Challenge Austria ins Leben, die jungen Menschen das Unternehmertum näherbringt. Derzeit arbeitet er an der Entwicklung einer eigenen Universität.

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