Grenzgänger – Mechtild Borrmann

Dieser historische Roman schildert der verzweifelte Versuch der Henni, nach dem Tod ihrer Mutter in der Nachkriegszeit für ihre Geschwister zu sorgen. Das mutige Mädchen scheitert an den Umständen und kommt in eine Besserungsanstalt. Auch ihre Brüder landen im kirchlichen Kinderheim, wo es unchristlich zu und her geht.

18. Juli 2020
09:00

Henriette will das Richtige tun. Das wird nicht belohnt. Im Gegenteil. 1970 steht sie vor Gericht, des Mordes und der Brandstiftung angeklagt. Hennis Geschichte trägt sich in den schweren Zeiten gleich nach dem Krieg an der deutsch-belgischen Grenze zu. Nach dem Ableben der Mutter ist der kriegstraumatisierte Vater keinerlei Hilfe. Er flüchtet sich in religiösen Fanatismus. Seine vernünftige und tatkräftige Älteste Henni übernimmt trotz ihres jugendlichen Alters die Verantwortung für ihre jüngeren Geschwister und den Haushalt. Sie entdeckt eine lukrative Einnahmequelle: Den Kaffeeschmuggel aus Belgien. Eines Nachts erwischt sie ein Trupp von Grenzern und erschiessen Hennis kleine Schwester. Die Protagonistin wird danach wegen «sittlicher Verwahrlosung» einer Besserungsanstalt zugewiesen. Ihre beiden Brüder kommen in ein Heim Trierer Ordensschwestern. Was die Kinder dort durchmachen, ist die Hölle auf Erden. Mit «Grenzgänger» ist der Autorin ein ausserordentlich beklemmender Roman gelungen, der den Leser emotional ab Beginn gefangen nimmt und nicht mehr loslässt.

 

Über die Autorin

Mechtild Borrmann (*1960 in Köln) wuchs in Kleve am Niederrhein auf. Sie absolvierte Ausbildungen zur Erzieherin, Gestalttherapeutin sowie Tanz- und Theaterpädagogin. Sie ist eine deutsche Kriminalromanautorin, Pädagogin und Gastronomin. Sie lebt in Bielefeld und durfte schon verschiedene Auszeichnungen entgegennehmen.

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