Irrland – Margrit Sprecher

In ihrem langen Journalistinnenleben hat Margrit Sprecher vieles gesehen und vieles besprochen. Dieses Buch ist eine Sammlung ihrer Arbeiten, die sie rund um die Welt führten. Irland, das zwischenzeitlich zum irren Land verkam, kommt ebenso vor wie der orientalische Bauchtanz und Bänz Friedli, der Hausfrauenflüsterer.

05. September 2020
09:00

«Margrit Sprecher rettet der Reportage ihren Platz in der Literaturgeschichte. Zurecht nennt Thomas Hürlimann sie die Königin der Reportage. Sie macht aus der Reportage Dichtung, obwohl sie die Nähe zur Literatur überhaupt nicht sucht, im Gegenteil: Margrit Sprecher hält sich streng an die Mittel des Journalismus, an Fakten und sprachliche Klarheit.» Das die Einschätzung dieser verdienten Medienarbeiterin durch Dritte.

Es stimmt: In ihrem neuen Band «Irrland» finden viele Themen Platz: Jenes über Menschen in Amerikas Todestrakten oder das über den umstrittenen Sterbehelfer Ludwig A. Minelli, aber auch Sammelkläger Ed Fagan, eine schillernde Gestalt im Zusammenhang mit Holocaustgeldern und den Schweizer Banken – die Autorin ist sehr breit gefächert unterwegs. Es sind quasi Reportagen ohne Verfallsdatum, altersfreie Texte. Eine lohnenswerte Lektüre.

 

Über die Autorin

Margrit Sprecher gilt als die Grande Dame der Reportage. Nach ihrer Ausbildung zur Dolmetscherin arbeitete sie 15 Jahre lang für die «Elle», bevor sie 1983 zur Weltwoche wechselte. Seit 2003 arbeitet sie als freie Journalistin, veröffentlicht u. a. im «NZZ Folio», in der «Zeit» und schreibt Reportagen. Sie erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter den Joseph-Roth-Preis, den Egon-Erwin-Kisch-Preis und zuletzt für ihr Lebenswerk den Graffenried Lifetime Achievement Award 2016. 2019 war sie Jurypräsidentin für den «True Story Award», der jährlich für die weltbeste Reportage vergeben wird. Margrit Sprecher lebt in Zürich.

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