Junger Mann – Wolf Haas

In diesem Unterhaltungsroman lässt der österreichische Autor Wolf Haas seinen 18-jährigen Ich-Erzähler auf den Sommer 1974 zurückblicken.

07. März 2019
09:00

Damals ist er 14-jährig und übergewichtig, kommt aus einem schwierigen Elternhaus und ist während des Schuljahres im Internat. In den Sommerferien aber jobbt er an einer Tankstelle und verliebt sich bis über beide Ohren in eine verheiratete Frau, die er fortan anhimmelt und alles daran setzt, sie für sich zu gewinnen. Dabei kämpft er mit einigen typischen Problemen der Pubertät: er fühlt sich mit seinen 92 Kilo zu dick und will für seine Liebe unbedingt abnehmen, er ist unsicher und neidisch auf alle Männer, die bei Frauen Erfolg haben.

Eines Tages bittet ihn der LKW-Fahrer Tscho, der Ehemann der Angehimmelten, ihn nach Griechenland zu begleiten, um für ihn zu dolmetschen. Dass es nur ein Vorwand war, um diese Zeit nicht allein zu verbringen, merkt der Junge sehr bald und erst am Ende erfährt man, was es mit dieser Reise auf sich hatte. Der Ich-Erzähler erlebt auf der Fahrt vieles zum ersten Mal und ist fasziniert, der Chauffeur hingegen befindet sich in einer ganz anderen Lebenssituation. 

Dieser Roman ist einerseits unterhaltsam, aber auch voller Lebensweisheiten. Und wer an der Zeit der 70er-Jahre interessiert ist, wird  zudem viele Details aus dem damaligen Alltag erfahren. Das Ende überrascht und ist beinahe märchenhaft.

 

Über den Autor

Wolf Haas (*1960 in Maria Alm am Steinernen Meer, Österreich) ist ein österreichischer Schriftsteller und lebt in Wien. Bekannt wurde er als Autor von Kriminalromanen. 

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