Kinder im Netz globaler Konzerne – Judith Barben

Barbens Buch will zu einer ehrlichen und verantwortungsvollen Diskussion rund um den Lehrplan 21 anregen, welcher ihrer Meinung nach über weite Strecke undemokratisch zu Stande gekommen ist und der unsere bewährte Schule tiefgreifend verändern wird.

von
Hans Lenzi

24. Mai 2018
09:00

Das Werk ist ein Weckruf rund um unsere bis dahin erfolgreiche Volksschule. Auf welche unser Land zu Recht stolz sein kann, für die wir von manchen Ländern beneidet werden und welcher aktuell droht, kaputt reformiert zu werden. Die Autorin erklärt, woher dieser «Reformitis» stammt, wie beispielsweise der Zürcher Ex-Regierungsrat Ernst Buschor – von Hause aus Ökonom – diese Veränderungswelle zum Überborden brachte und wie dahinter handfeste wirtschaftliche Interessen stehen.

Judith Barben fürchtet die Zunahme einer Zweiklassen-Gesellschaft im Bildungswesen, die in angelsächsischen Ländern gang und gäbe ist: Hier die Reichen mit ihren Eliteschulen, dort die abgehängte Masse, welche sich mit unpersönlichen Hilfsmitteln und zu wenig Lehrpersonen zufrieden geben muss. Sie weist auch darauf hin, dass bis dato mit keiner Studie nachgewiesen werden konnte, dass der Computer-Hype zu besseren schulischen Resultaten führte. Im Gegenteil.

Barben hat sich intensiv mit dem neuen Lehrplan 21 auseinander gesetzt und ist besorgt über den dramatischen Stoffabbau und die Auflösung vieler sehr bewährter Schulstrukturen und -inhalte. Das alles wird wohl ein weiteres Absinken des Bildungsniveaus hierzulande nach sich ziehen. Kurzum: Lektüre für die Hände beunruhigter Bürger und Bürgerinnen.

 

Über die Autorin

Die 64-jährige Judith Barben lebt in Wil SG, hat nach ihrer Ausbildung zur Primar- und Sonderschullehrerin an der Universität Zürich Pädagogik und Psychologie studiert und ist mit eigener Praxis tätig. Seit 2015 unterrichtet sie in einem Teilpensum erneut als Primarlehrerin. 

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