Kingsman: The Secret Service und The Golden Circle – Matthew Vaughn

Action pur mit «Kingsman» des bekannten Regisseuren Matthew Vaughn.

Covers der «Kingsman»-Filme (Bilder: © Warner Bros. Studios in Leavesden und Pinewood Studios in London)
Covers der «Kingsman»-Filme (Bilder: © Warner Bros. Studios in Leavesden und Pinewood Studios in London)

von
Christof Völkle

26. Oktober 2017
14:30

Matthew Vaughn hat sich in den letzten zehn Jahren einen Namen als Regisseur in Hollywood gemacht. Mit «Stardust» konnte er 2007 erstmals beweisen, dass er mit dem passenden Budget einen Film voller Humor, Action und Herz erschaffen kann. Mit «Kick Ass», «X-Men: First Class», «X-Men: Days of Future Past» und natürlich «Kingsman» folgte ein Hit nach dem anderen. In jedem dieser Filme kann man Vaughns Entwicklung als Regisseur miterleben und sehen, wie die Action-Sequenzen besser und besser werden.

 

Die Handlung von «Kingsman»: «The Secret Service» und «The Golden Circle»

Nachdem Gary «Eggsy» Unwin (Taron Egerton) in «The Secret Service» die geheime Kingsman-Agenten-Organisation kennengelernt und viel trainiert hat und zum Schluss den Bösewicht Valentine (Samuel L. Jackson) zur Strecke bringen konnte, muss er nun feststellen, dass die britischen «Kingsman» keinesfalls die einzige nichtstaatliche Geheimagenten-Organisation ist.

Tatsächlich verschlägt es Eggsy und seinen Kollegen Merlin (Mark Strong) in «The Golden Circle» nach Amerika, wo sie auf die «Statesman» treffen, welche ein westlicher Ableger der «Kingsman» sind. Poppy (Julianne Moore), Drogenbaronin und Anführerin des «Golden Circle», will den Präsidenten von Amerika zwingen alle Drogen zu legalisieren, indem sie einen Grossteil der Menschheit vergiftet. Somit beginnt das Rennen gegen die Zeit. Ziel ist es, den Plan des «Golden Circles» durchkreuzen, bevor alle Vergifteten sterben.


Fesselnde Verfolgungsjagd

Wie bereits erwähnt, ist «Kingsman: The Golden Circle» von «The Secret Service» und darauf wird auch bei jeder Gelegenheit eingegangen. Charaktere entwickeln sich auf eine natürliche Art weiter und es entsteht kein «machen wir einfach nochmal alles aus dem ersten Film»-Gefühl. Es ist ein Jahr vergangen seit dem Ende des ersten Films. Die Geschichte vergeudet keine Zeit und 30 Sekunden nach Filmstart ist der Zuschauer bereits tief in der ersten Action-Sequenz: eine fesselnde Verfolgungsjagd durch London mitten in der Nacht in einem Taxi, in dem auch noch gekämpft wird.

Offizieller Trailer von «Kingsman: The Secret Service»

Offizieller Trailer von «Kingsman: The Golden Circle»


Parodien bekannter Spionage-Filme

Die «Kingsman»-Filme parodieren gerne viele der Klischees sämtlicher Spionage-Filme wie die klassischen James-Bond-Geschichten, was bedeutet, dass gewisse Bösewichte zum Beispiel Prothesen haben, welche gleichzeitig als tödliche Waffen dienen.


Filmtechnik

Gerade die Action-Sequenzen sind Elemente der «Kingsman»-Filme, welche es von anderen Action-Filmen der letzten 30 Jahren stark unterscheidet. Seit den «Matrix»- und «Bourne»-Trilogien kann man solche Sequenzen in zwei grobe Kategorien einordnen.

Die ruhigen Szenen und die Wide-Shots in Filmen wie zum Beispiel «Matrix» und «Haywire» zeigen die Action wunderschön. Der Zuschauer behält den Überblick über die Handlung und die Geografie der Szene. In den «Bourne»-Filmen und in den meisten anderen Action-Filmen seit 2002 werden eher Close-Ups verwendet und die Kameraführung ist eher verwackelt. Dies führt, wenn korrekt eingesetzt, zu hektischen und energiegeladenen Momenten, die sehr intensiv sein können. Zu oft allerdings wird diese sogenannte «Shaky-Cam»-Technik benutzt, um den Eindruck zu erwecken, dass etwas wesentlich actionreicher aussieht, als es tatsächlich ist. Gründe diesen Filmstil zu verwenden, können eine fantasielose Choreografie, ein untrainierter Schauspieler oder das Verstecken der Stuntleute sein.

Dies kann allerdings zu verwirrenden Szenen führen, in denen im schlimmsten Fall der Zuschauer «ausklinkt», weil er keine Chance mehr hat mitzubekommen, was überhaupt passiert, wer involviert ist und wo das alles stattfindet.

Matthew Vaughn hat nun einen Weg gefunden, diese Techniken zu kombinieren, um das Beste beider Welten zu nutzen. Die Kamera «fliegt» während den Kampfsequenzen mit den Bewegungen mit und verfolgt so immer das wichtigste Element im jeweiligen Shot, sei es das ein Messer, ein Regenschirm oder ein Bierglas, welche als Wurfgeschosse benutzt werden. Alles das wird je nach Szene in unterschiedlichen Geschwindigkeiten gezeigt, weil aber die Technik immer dieselbe bleibt, fällt es dem Zuschauer auch in hektischen Situationen nie schwer die Handlung mitverfolgen zu können.

 

Wer sich aber zurücklehnen und entspannen mag, wer abwechselnd lachen, weinen und sich an den Stuhl gefesselt fühlen will, dem empfehle ich beide «Kingsman»-Filme. Für das Verständnis ist es besser, zuerst den Ersten und erst dann den Zweiten zu schauen. Denn «Kingsman: The Golden Circle» ist darauf ausgerichtet, den Fans des ersten Films eine neue Story zu erzählen. Eben eine perfekte Fortsetzung.

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