Lebensgeister – Banana Yoshimoto

Die neueste übersetzte Erzählung der japanischen Erfolgsautorin Banana Yoshimoto handelt von den Erfahrungen eines Nahtod-Erlebnisses einer jungen Frau namens Sayoko. Die zentralen Fragen in diesem Roman sind, wie man nach einem Autounfall weiterlebt und mit dem tragischen Verlust eines geliebten Menschen umgeht.

von
Gemeindebibliothek Wettingen

14. Juli 2017
09:00

Sayoko muss sich diesem unsäglichen Schmerz und Verlust stellen: Durch den Autounfall, bei dem ihr Freund Yôichi ums Leben kommt und sie selber schwer verletzt wird, erfährt sie ein Nahtod-Erlebnis und kann danach die Geister der Verstorbenen sehen. Ihre Trauerarbeit besteht darin, dass sie sich liebevoll um die Kunstwerke ihres Freundes Yôichi in seinem Atelier in Kyoto kümmert und einen intensiven Kontakt mit dessen Eltern pflegt. In der Tempelstadt Kyoto lernt die Protagonistin, ihr Leben wieder zu akzeptieren und neue Zukunftsperspektiven für sich zu entdecken. 


«Heilliteratur»

Der Schreibstil von Banana Yoshimoto zeichnet sich durch eine sensible Leichtigkeit aus, trotzdem verbergen sich hinter den Sätzen viele philosophische und tiefsinnige Gedanken, welche zum Nachdenken anregen. Mit dem nüchtern gehaltenen japanischen Schreibstil können aber nicht alle Leser warm werden.

Die Autorin Banana Yoshimoto versteht das Buch als eine Allegorie auf die Katastrophe von Fukushima im Jahre 2011, als eine Art «Heilliteratur», um das Schreckliche zu überwinden und Trost spenden zu können. Eine Zielvorgabe, die ihr mit diesem Buch sicherlich gelungen ist.


Über die Autorin

Banana Yoshimoto (*1964 in Tokio) ist eine japanische Schriftstellerin. Ihr bürgerlicher Name lautet Mahoko Yoshimoto. Sie studierte japanische Literatur. In ihren Erzählungen thematisiert sie häufig den Tod und übernatürliche Phänomene.

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