Mein Lebensmosaik – Sarah Scarnato

Es muss nicht immer Weltliteratur sein. Manchmal erfreuen einen auch 588 Seiten «banale» Lebensgeschichte. Wie diejenige von Alex Werthmüller, der vor unserem innern Auge seinen Werdegang bis ins hohe Alter passieren lässt. Eine Existenz von heute fast hundert Jahren.

von
Hans Lenzi

15. Februar 2018
10:00

Geschrieben hat das 588-seitige Buch in der Hauptsache seine Enkelin, Sarah Scarnato, mit kräftiger Mithilfe vom Grossvater. Wir überblicken das Leben eines 1922 in Zürich Geborenen, welcher nach den obligatorischen Schulen die Ausbildung zum Koch anschliesst und hernach in diesem Beruf an vielen Orten in der Schweiz saisonale Stellen antritt. Und reüssiert. Wir hören von den ersten Liebschaften und wie Werthmüller endlich «sein Darling» kennenlernt. Es wird geheiratet und bald stellen sich Kinder ein. Seine Joblaufbahn beendet der Protagonist schliesslich sehr erfolgreich als  Oberverantwortlicher der zürcherischen Stadtspitalküche Triemli. Nach der Pensionierung schliesst nahlos eine Karriere als «Briefmärkeler» an, welcher landauf, landab an den entsprechenden Messen teilnimmt.

Was hier einigermassen trocken tönt, ist angereichert mit vielen Episoden aus 93 Jahren gemeisterten Lebens. Man spürt eine fromme Seele, man vernimmt viele Weisheiten und erlebt einen bis ins hohe Alter unermüdlichen Zeitgenossen, der nochmals die diversen Stationen seiner Existenz anfährt und sich zurück erinnert. Und da kommt einiges hoch: Seine Bekanntschaften mit manchen Diplomaten und Grossunternehmern. Seine Ehrungen, seine Zeit als Lehrlingsausbilder. Er sprach Winston Churchill persönlich seinen Dank für den Sieg über Nazi-Deutschland aus und kochte für Migros-Gründer Gottlieb Duttweiler dessen Leibspeise. Und manches mehr.


Über die Autoren

Alex Werthmüller ist heute 95 Jahre alt und lebt in Adliswil. Seine Enkelin Sarah Scarnato (*1979) in Zürich und Adliswil aufgewachsen, ist Kleinkindererzieherin. Ihre Passion ist das Reisen. Das Buch ist ihr Erstling. 

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