«Musik von Herzen für Herzen»

Sechs junge, musikbegeisterte Männer gründeten 2016 die A-Capella-Gruppe Fricktaler Herzbuebe. Mit ihrem Gesang möchten sie Emotionen wecken.

Silvio Benz, Valentin Roniger, Gabriel Hofmann, Mattis Sussmann, Lucien Erdin und Andreas Schib
Silvio Benz, Valentin Roniger, Gabriel Hofmann, Mattis Sussmann, Lucien Erdin und Andreas Schib (Bild: zVg)

von
Andrina Sarott

14. Februar 2019
09:00

Befreundet haben sich Andreas Schib, Mattis Sussmann, Valentin Roniger, Gabriel Hofmann, Lucien Erdin und Silvio Benz während ihrer Zeit an der Alten Kantonsschule Aarau. Alle wählten damals das Schwerpunktfach Musik. Sie lernten sich im Chor, im Orchester «Astor» und während den Orchesterlagern besser kennen. Mit der Zeit entstand der Wunsch, noch intensiver gemeinsam Musik zu machen. Obwohl sie alle auch Instrumente spielen, entschieden sie sich für den Männergesang. «Diese Formation hat sich angeboten, denn mit der Auswahl an Instrumenten, die wir spielen, lässt sich nicht so einfach eine Band gründen», schmunzelt Gabriel Hofmann. Bereits Mattis Sussmanns Vater ist Teil eines A-Capella-Quartetts und da war es naheliegend, selbst eine solche Gruppe zu gründen. «In einer A-Capella-Formation mit nur sechs Personen ist jeder unentbehrlich, da man oft alleine auf einer Stimme singt», erzählt Sussmann. «Jeder ist ein wichtiges Glied in der Kette. So entsteht ein schönes Gefühl von Wertschätzung und Zusammengehörigkeit.»

 

Abwechslungsreiches Programm

Zu Beginn konzentrierten sich die Fricktaler Herzbuebe vor allem auf Volkslieder. «Uns fasziniert die Vielfalt und Magie dieser Lieder. Inzwischen ist unser Repertoire jedoch stark gewachsen», meint Gabriel Hofmann. Heimisch fühlen sich die jungen Sänger in allen möglichen Genres und Epochen und sie scheuen sich auch nicht vor der Herausforderung, in den verschiedensten Sprachen zu singen: von Englisch, über Deutsch, Schweizerdeutsch, Französisch, Italienisch, Rätoromanisch bis hin zu afrikanischen Sprachen fehlt nichts in ihrem Repertoire. Besonders angetan haben es ihnen die rätoromanischen Volkslieder mit ihren eingängigen Melodien. «Eigentlich ist es sekundär, ob das Publikum alle Worte versteht. Es geht vielmehr darum, dass wir uns in die Gefühlslage des jeweiligen Liedes versetzen und diese vermitteln können. Es ist toll, wie universell die übergreifende Sprache der Musik ist», führt Silvio Benz aus. Jeder der Herzbuebe hat seine ganz persönlichen Vorlieben und daraus entsteht ein abwechslungsreiches Programm, bei welchem für jeden Geschmack etwas dabei ist. 

 

Von Prinzen und Herzbuben

«Mit unseren Auftritten möchten wir Gefühle transportieren», sagt Mattis Sussmann. «Wir machen Musik von Herzen für Herzen». Gabriel Hofmann ergänzt: «Uns ist es wichtig, dass unsere Freude an der Musik das Publikum begeistert. Mit unserem Gesang möchten wir aber nicht nur unterhalten, sondern es geht uns auch um die Wichtigkeit und Schönheit der Musik an sich.» 

Zu den Vorbildern der sechs Sänger gehören die «King’s Singers», aber ebenso deutsche Bands wie die Prinzen. Von Letzteren haben sie zwei Songs in ihrem Repertoire. Dass sich die bekannte Leipziger Gruppe früher Herzbuben nannte, wussten die jungen Musiker nicht, als sie sich für ihren Bandnamen entschieden. «Das ist ein lustiger Zufall. Unser Name entstand in einem Musiklager beim Jassen. Die Teams mussten Namen für sich ausdenken. So kreierten wir die Namen Fricktaler Herzbuebe und Schänkeberger Schufelbuure», schildert Silvio Benz. «Fricktaler Herz­buebe wurde zu unserem Running Gag und fiel uns bei der Namensgebung wieder ein. Der Name ist natürlich mit einem gewissen Augenzwinkern zu verstehen», meint Gabriel Hofmann. 

 

Zeitintensives und kreatives Hobby

Die Herzbuebe investieren neben Studium und Arbeit viel Zeit in das Arrangieren und Einüben der Lieder. «Das Aufbereiten der Songs ist zeitaufwendiger als bei einer Band mit Instrumenten, aber auch sehr kreativ», führt Schulmusik-Student Mattis Sussmann aus. «Jede einzelne Stimme muss zunächst ausgearbeitet und auf die anderen abgestimmt werden. Danach geht es ans Üben – einzeln und in der Gruppe.» Das Üben der eigenen Stimme ist laut Silvio Benz häufig ein Knochenjob: «Aber der Moment, wenn das Lied aus allen Stimmen zusammengesetzt wird, ist magisch, und entschädigt für die vielen Stunden Grundlagenarbeit.» Das nächste Ziel für die Fricktaler Herzbuebe ist es, eigene Lieder zu schreiben. «Es wäre wunderbar, später einmal eigene Kompositionen präsentieren zu können», findet Benz.

In Zukunft möchten die Fricktaler Herzbuebe mit ihren Konzerten vermehrt ein Erlebnis für alle Sinne inszenieren. Dafür planen sie, mit einem Weinhändler zusammenzuarbeiten. Auf diesem Wege wäre es möglich, die Konzerte mit einer Weindegustation zu kombinieren.

  • Silvio Benz (21), Wölflinswil, Altus: «Lullabye» von Billy Joel: Bei diesem Wiegenlied wären schon der Text oder die Musik alleine wunderschön. Kombiniert man aber beide, kann so manches Auge nicht trocken bleiben.
    Silvio Benz (21), Wölflinswil, Altus: «Lullabye» von Billy Joel: Bei diesem Wiegenlied wären schon der Text oder die Musik alleine wunderschön. Kombiniert man aber beide, kann so manches Auge nicht trocken bleiben.
  • Lucien Erdin (23), Staufen, Bariton: «September» von Earth, Wind and Fire: Ich mag das Stück besonders, da es einen wunderbaren Kontrast zu unserem sonstigen Repertoire bildet. Die jazzigen und funkigen Elemente des Stückes mit dem virtuosen Arrangement sind eine grosse Herausforderung, die sich aber durch die gute Wirkung des Stückes mehr als bezahlt macht.
    Lucien Erdin (23), Staufen, Bariton: «September» von Earth, Wind and Fire: Ich mag das Stück besonders, da es einen wunderbaren Kontrast zu unserem sonstigen Repertoire bildet. Die jazzigen und funkigen Elemente des Stückes mit dem virtuosen Arrangement sind eine grosse Herausforderung, die sich aber durch die gute Wirkung des Stückes mehr als bezahlt macht.
  • Gabriel Hofmann (23), Brugg, Bariton: «Im Aargau sind zwoi Liebi»: Ich mag es, dieses Lied aufzuführen, da es die meisten im Publikum kennen. Viele sind dann aber doch überrascht, weil wir das Lied neu arrangiert und auf uns massgeschneidert haben. Dies führt dazu, dass es sehr stimmungsvoll und witzig wirkt.
    Gabriel Hofmann (23), Brugg, Bariton: «Im Aargau sind zwoi Liebi»: Ich mag es, dieses Lied aufzuführen, da es die meisten im Publikum kennen. Viele sind dann aber doch überrascht, weil wir das Lied neu arrangiert und auf uns massgeschneidert haben. Dies führt dazu, dass es sehr stimmungsvoll und witzig wirkt.
  • Valentin Roniger (24), Aarau, Tenor: «Loch Lomond»: Das schottische Volkslied beschreibt eigentlich eine tragische Geschichte von Freiheit, Tod und Liebe. Die Musik dazu lässt hingegen trotzdem Hoffnung und Zuversicht aufkommen. Ausserdem bin ich an besagtem «Loch Lomond» vor zwei Jahren entlanggewandert und konnte die wahnsinnig schöne Landschaft geniessen.
    Valentin Roniger (24), Aarau, Tenor: «Loch Lomond»: Das schottische Volkslied beschreibt eigentlich eine tragische Geschichte von Freiheit, Tod und Liebe. Die Musik dazu lässt hingegen trotzdem Hoffnung und Zuversicht aufkommen. Ausserdem bin ich an besagtem «Loch Lomond» vor zwei Jahren entlanggewandert und konnte die wahnsinnig schöne Landschaft geniessen.
  • Andreas Schib (26), Aarau, Bass: Die geheime irische Nationalhymne «Danny Boy»: Die wehmütig traurige Abschiedsstimmung kombiniert mit der simplen Schönheit der Melodie, die einem sofort an eine grüne irische Landschaft und sanften Regen denken lässt, macht dieses Lied für mich zu etwas ganz Besonderem und beschert sowohl beim Singen, als auch beim Zuhören augenblicklich Hühnerhaut.
    Andreas Schib (26), Aarau, Bass: Die geheime irische Nationalhymne «Danny Boy»: Die wehmütig traurige Abschiedsstimmung kombiniert mit der simplen Schönheit der Melodie, die einem sofort an eine grüne irische Landschaft und sanften Regen denken lässt, macht dieses Lied für mich zu etwas ganz Besonderem und beschert sowohl beim Singen, als auch beim Zuhören augenblicklich Hühnerhaut.
  • Mattis Sussmann (23), Windisch, Bass: «And So It Goes» von Billy Joel: Ein berührender Text verbunden mit einer eingängigen Melodie und unterlegt mit wirkungsvollen Harmonien macht diesen Song zu einem kompositorischen Meisterwerk. Es macht mir besonders Freude, dieses Lied mit unseren sechs Männerstimmen zu interpretieren und damit stärkste Emotionen nachzuempfinden.
    Mattis Sussmann (23), Windisch, Bass: «And So It Goes» von Billy Joel: Ein berührender Text verbunden mit einer eingängigen Melodie und unterlegt mit wirkungsvollen Harmonien macht diesen Song zu einem kompositorischen Meisterwerk. Es macht mir besonders Freude, dieses Lied mit unseren sechs Männerstimmen zu interpretieren und damit stärkste Emotionen nachzuempfinden.

 

«Gute Nacht» gesungen von den Fricktaler Herzbuebe

 

Freitag, 22. Februar, 19.30 Uhr
Kirchberg Küttigen 
Im Anschluss an das Jahreskonzert findet ein Apéro statt.
www.fricktalerherzbuebe.ch 

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