Pacific Avenue – Claude Cueni

«Niemand wird Deine ‹Pacific Avenue› mögen!» – «Dieses Buch ist unverkäuflich!» – Das zwei Aussagen über dieses Werk, die eine steht gleich selber im Text, die andere findet sich in Kommentaren. Tatsache ist: Auch diesmal schaffte es der Autor mit seinem über 400-seitigen Roman in die Bestseller-Liste. Ein Tausendsassa, dieser Cueni!

15. Juni 2017
09:00

«Pacific Avenue» ist die Fortschreibung der «Script Avenue» und beinhaltet, neben viel Phantasie, manch Autobiografisches. Der eine Strang behandelt das Leben des Schreibers, sein Umgang mit seiner Organ-Abstossungskrankheit, der Konsumation tausender von Pillen mit all ihren physio-psychischen Nebenwirkungen, die Verarbeitung des Hinschieds seiner ersten Frau und das Leben mit seiner neuen philippinischen Lebensgefährtin. Der andere Strang zeigt das immense historische Interesse Cuenis, indem er die erste Weltumsegelung durch Ferdinand Magellan nachzeichnet und miterlebt. Beide Stränge kreuzen sich ständig, mal befindet man sich auf der magellanschen «Trinidad» und im philippinischen Inselarchipel, mal durchlebt man den schwierigen Alltag des Schriftstellers, der trotz Todesnähe unentwegt seinem Schicksal trotzt, ein Buch nach dem andern veröffentlicht und sich so gleichsam dem Sensemann wegschreibt.

Und es wird klar: Claude Cueni ist ein profunder Kenner nicht nur der Populärmusik, sondern ein bestens Informierter in Sachen Gegenwart und Vergangenheit. Sein Horizont ist ungemein weit gespannt. Er schöpft aus dem Vollen, und der aufmerksame Zeitgenosse fühlt sich abgeholt. Das Buch liest sich süffig, macht ständig Rückbezüge auch auf sein Vorwerk «Script Avenue». Trotzdem: Während jenes Werk, gerade weil es in Konzeption und Aufbau aus dem Rahmen üblicher Literatur fiel, sofort fasziniert hat, erlebte der Schreibende bei diesem Roman, bei aller Unterhaltung, manchmal so etwas wie Abnutzung. Irgendwann hat man diesen Stil verinnerlicht und der Reiz ist am Verblassen. Wie auch immer: Wer Spannung sucht, der wird bedient.


Über den Autor

Claude Cueni (*1956 in Basel) ist ein Autodidakt. Er schrieb historische Romane («Giganten», «Cäsars Druide» und andere mehr), Thriller, Theaterstücke, Hörspiele, über 50 Drehbücher für TV-Krimiserien (z.B. «Tatort» und «Eurocops»), designte jahrelang Computergames und manches mehr. Cueni erkrankte nach dem Tod seiner Ehefrau an Leukämie und lebt heute mit seiner neuen Frau in Basel. Sein letzter Roman «Script Avenue» brachte es in die vorderen Ränge der Schweizer Bestsellerliste und wurde in 13 Sprachen übersetzt. 

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