Strapse, Zombies und Katanas

England im Jahr 1950 – die gesamte Nation wird von einer Seuche heimgesucht, die die Menschen zu Zombies werden lässt.

Lily James auf Zombie-Jagd in «Stolz und Vorurteil & Zombies» (Bild: © Ascot Elite Entertainment Group. All Rights Reserved.)
Lily James auf Zombie-Jagd in «Stolz und Vorurteil & Zombies» (Bild: © Ascot Elite Entertainment Group. All Rights Reserved.)

von
Andrin Schmidhalter

11. Juni 2016
02:00

Damit sie sich notfalls verteidigen können, hat Mr. Bennet seine fünf Töchter, Jane, Elizabeth, Mary, Catherine und Lydia, den Umgang mit Waffen gelehrt. Doch die Zombies sind nicht die einzige Sorge der Schwestern. Ihre Mutter möchte sie unbedingt mit einem reichen Mann verheiraten, um ihre Zukunft zu sichern.

Als der wohlhabende Mr. Bingley (Douglas Booth) in die Nachbarschaft zieht, hört Mrs. Bennet bereits die Hochzeitslocken läuten. Tatsächlich kommen sich Mr. Bingley und Jane an einem Ball näher. Elizabeth hingegen zerstreitet sich mit Mr. Bingleys Freund Fitzwilliam Darcy. Vor diesem Hintergrund verkommt der Einfall der Zombiehorde, der zum Glück von den Schwestern niedergeschlagen werden kann, zur blossen Randnotiz. Als Elisabeth erfährt, dass Darcy geplant habe Jane und Mr. Bingley auseinanderzubringen, schwört sie Rache mit ihrem Katana.


Auf falscher Fährte

«Stolz und Vorurteil & Zombies» – so heisst das neuste Meisterwerk Hollywoods. Wenn es nicht tatsächlich eine gleichnamige literarische Vorlage aus dem Jahr 2009 gäbe, könnte man annehmen, das moderne Hollywood leide unter so was wie Ideenlosigkeit. Wie der Titel bereits erahnen lässt, wird hier das Sittengemälde von Jane Austen aus dem Jahr 1813 um ein nicht unwesentliches Element erweitert. Das verspricht viel Action und Spannung – oder wenigstens Selbstironie. Nichts davon wird dem Zuschauer gegönnt.

Die Actionszenen sind sehr kontrolliert und nur wenig rasant inszeniert. So kommt, selbst wenn man sich für die Protagonistinnen interessieren würde, keine Spannung auf. Der Titel, der Ironie oder parodistische Elemente suggeriert, führt die Zuschauer auf eine falsche Fährte. Viel zu ernst mutet das Drehbuch von Regisseur Burr Steers an. Somit erreicht dieser auch mit seinem mittlerweile vierten Film nicht die Qualitäten seines Erstlingswerks Igby. Entsprechend unmotiviert wirkt auch der Cast der sich dank SchauspielerInnen wie Matt Smith (Doctor Who) und Lena Headey (Game of Thrones) eigentlich nicht zu verstecken bräuchte. Die fünf Schwestern wurden hauptsächlich mit Darstellerinnen besetzt, deren Talent ihrer Funktion entspricht; in Strapsen gut auszusehen. Burr Stevens dürfte zufrieden sein.



Fazit: 1.5 von 5 Punkten

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