Triumph der Unvernunft – Jens Bergmann

Fake News sind heute in aller Munde. Das Irrationale ist allgegenwärtig. Verschwörungstheorien feiern Urständ. Oder – nach dem Autor: Die Sonne der Erkenntnis steht tief. Das postfaktische Zeitalter – eine Ära der Lüge?

von
Hans Lenzi

03. August 2019
09:00

«Was irrationales Denken anrichtet – und wozu es gut ist» – das fragt im Untertitel der Autor. Und: «Wie ist der Sieg der Fiktionen über Fakten zu erklären? Warum gedeiht irrationales Denken? Wohin führt es? Und wie liesse sich ihm Einhalt gebieten?» Im Mittelpunkt des 240-seitigen Buchs steht die Frage nach dem Sinn des Unsinns, denn, nach Bergmann, gibt es gute Gründe für irrationales Denken – und keiner ist davor gefeit.

Laut ihm ist es heute gleichzeitig, noch nie so leicht, sich schlau zu machen, Fakten zu prüfen und Argumente gegeneinander abzuwägen. Bloss: «Das Gegenteil ist der Fall: Allerorten triumphiert die Unvernunft.» Wieso also ist weltweit so etwas Vernünftiges wie die «Vernunft» aus der Mode gekommen? In seinem Werk setzt sich Jens Bergmann mit der sozialen, der kirchlichen und der politischen Seite eben dieser Unvernunft auseinander. Nur soviel: Als Dreh- und Angelpunkt dieser Entwicklung steht die Erkenntnis, dass irrationales Denken etwas zutiefst Menschliches darstellt. Und dass es durchaus Gründe für solches Verhalten gibt. Irrationales hat, laut Jens Bergmann, «durchaus auch einen positiven Kern.»

   

Über den Autor 

Jens Bergmann (*1964) ist in Hannover geboren und aufgewachsen. Er studierte an der Universität Hamburg Psychologie und Journalistik und absolvierte die Henri-Nannen-Schule. Danach arbeitete er als Redaktor und Autor für verschiedene Printmedien. Seit 2001 ist er Redaktor bei Brand eins, seit 2017 stellvertretender Chefredaktor. Er ist auch in der Lehre tätig.                           

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