Und was hat das mit mir zu tun? – Sacha Batthyany

Ein Verbrechen im März 1945. Die Geschichte meiner Familie.

20. November 2016
22:00

Das Ende des Zweiten Weltkriegs steht bevor, die Niederlage des Dritten Reiches hat sich längst abgezeichnet. Ungeachtet dessen veranstaltet die Gräfin Margit Thyssen-Batthyány auf ihrem Schloss in Rechnitz im äussersten Osten Österreichs ein pompöses Fest. In derselben Nacht werden in der Nähe 180 Juden ermordet, welche am Bahnhof auf ihren Abtransport warten. Die Täter sind Gäste des Festes. Und Margit Thyssen-Batthyány ist die Grosstante des Autors Sacha Batthyany.

Nachdem Batthany wiederholt auf seine Verwandtschaft mit der Gräfin angesprochen wird, beginnt er zu recherchieren, was in jener verhängnisvollen Nacht vorgefallen ist und welche Rolle seine Familie dabei spielte. Seine Spurensuche führt Batthyany nicht nur nach Österreich und Ungarn, sondern auch zu den Überresten eines Gulags nach Sibirien und zu einer Auschwitz-Überlebenden nach Buenos Aires. Gemeinsam mit einem Psychoanalytiker geht er der Frage «Und was hat das mit mir zu tun?» auf den Grund. Er liest Tagebücher, führt Interviews mit Verwandten und forscht in Archiven. Aus der journalistisch tadellosen Arbeit ist ein persönliches Buch entstanden, in welchem der Autor nicht bloss die Ereignisse der besagten Nacht wiedergibt, sondern seine Familiengeschichte erzählt und dabei immer wieder die Bedeutung seiner Familie und seine eigene Position zu den Geschehnissen lokalisiert.

 

Über den Autor

Batthyany arbeitet seit 2010 beim Magazin des Tages-Anzeigers, für welches er momentan aus Washington, D.C., berichtet und doziert an der Schweizer Journalistenschule.

War dieser Artikel lesenswert?
0

Kommentare (0)

Keine Kommentare gefunden!

Jungfalken blicken in eine hoffnungsvolle Zukunft

Turmfalken leben schon seit langer Zeit in der Nähe des Menschen und brüten… Weiterlesen

«Klima der Angst gibt zu denken»

Ein Komitee «Schulleiterwahl überprüfen!» sammelt in der Bevölkerung… Weiterlesen

region

Von Irland nach Italien

Der Kolumbansweg führt von Irland nach Italien. Rund 50 Pilger nahmen in… Weiterlesen

region

«Ich lebe stark in der Gegenwart»

Als Schiedsrichter war er Weltklasse, doch Fussball ist für Bruno Galler aus… Weiterlesen

region

Planungsaufgabe brillant gelöst

Im Bad Schinznach soll voraussichtlich ab dem Jahr 2024 ein neues Hotel für eine… Weiterlesen