Was das Leben kostet – Deborah Levy

Der neuste autobiographische Roman von Deborah Levy betrachtet vor allem die Rolle der Frau und aus einer ganz persönlichen Perspektive: Wie so viele Frauen um die fünfzig wird auch die Autorin mit der Trennung von ihrem Mann und dem Auszug der Tochter konfrontiert.

30. November 2019
09:00

Das gemeinsame Haus ist weg, und Levys Mutter liegt im Sterben. Es gilt also, das eigene Leben neu zu ordnen, was fast ein wenig wie eine Reise anmutet. Viele der von Levy erlebten Situationen mögen vor allem den Leserinnen sehr bekannt vorkommen.

Sie schreibt in gemächlichem Tempo und akribisch genau über ihre sehr eigenen Gefühle und Gedanken. Ihre Umgebung in all ihren feinen Nuancen nimmt die Autorin bewusst wahr und bildet sie literarisch sensibel ab. Die geschickt eingebrachten Zitate, sei es Proust oder Duras und vor allem auch Simone de Beauvoir («ein Leben ohne Liebe ist vergeudete Zeit» oder «die fatale Geduld haben Frauen und Mütter zu ihrem eigenen Schaden gelernt»), verleihen dem Text eine ganz speziell beflügelnde Note.

Levys Essay zu lesen ist wie über das eigene Leben mit all seinen Befindlichkeiten zu philosophieren. Das Leben rückwärts verstehen zu wollen macht Sinn, letztlich muss es aber vorwärts gelebt werden. Levy strebt das würdige Hinschauen an, nicht das «motivierte Vergessen» (Freud) oder Verdrängen. Sie fordert auch, dass die Frauen ihre Lebenseinstellung ändern und sich radikal vom Rollendenken lösen. Ein mutiges Buch, das gerade als Autobiographie Sinn macht und wichtig ist.

 

Über die Autorin

Deborah Levy (*1959 in der Südafrikanischen Union) ist eine britische Schriftstellerin.

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