Als in Baden Aufbruch herrschte

Jugendliche befreien sich von der Spiessigkeit, und Frauen erheben ihre Stimmen: Das Historische Museum Baden blickt 50 Jahre zurück in die Vergangenheit.

Museumsleiterin Carol Nater Cartier, Kuratorin Heidi Pechlander Gut sowie Historikerin Katja Bianchi-Waldis
Museumsleiterin Carol Nater Cartier, Kuratorin Heidi Pechlander Gut sowie Historikerin Katja Bianchi-Waldis (Bilder: isp)

von
Isabel Steiner Peterhans

04. Oktober 2018
09:00

In der Welt gingen Studenten auf die Strassen, Hippies forderten die sexuelle Befreiung, und an einem Rolling-Stones-Konzert in Zürich flogen gar Stühle durch die Luft. Und auch in Baden, unserer beschaulichen Stadt an der Limmat, ging die Post ab – wenn auch etwas gemächlicher und gesitteter. Das Historische Museum Baden geht erneut auf Spurensuche. Diesmal sind die 60er- und 70er-Jahre im Fokus. Aber was war denn so besonders an diesen «Jahren der Aufbruchstimmung», dass ihnen sogar eine Sonderausstellung gewidmet wird? Beim Blick auf die Exponate wird klar, dass selbst Baden nicht ganz «verschont» blieb. Die Stadt hatte zu jener Zeit das erste Jugendhaus der Schweiz, die Theatergruppe «Claque» machte Schlagzeilen, und sogar die Kantonsschule erprobte mit der Einsetzung des Schülerparlaments erfolgreich das demokratische Mitspracherecht der jungen Erwachsenen. Etliche Zeitzeugen berichten in der Sonderausstellung «Aufbruch! Love, Peace und Frauenstimmrecht» über die bahnbrechende Zeit von damals. Kuratorin Heidi Pechlaner Gut hat, zusammen mit ihrem Team, die Inhalte, Bilder und Objekte recherchiert und für die Sonderausstellung aufbereitet. Museumsleiterin Carol Nater Cartier sowie Ruth Müri, Stadträtin, bereicherten den feierlichen Eröffnungsabend mit persönlichen Statements, und die altehrwürdige Band «Lovecraft» heizte der vergangenen Zeit erneut etwas «Nostalgiepower» ein. 

  • Silvia Hochstrasser: Zu jener Zeit spielte ich Handball, was für viel Aufsehen sorgte. Lieber hätte ich gar Fussball gespielt, was mein Vater aber definitiv verboten hat. In der Sonderausstellung bin ich auch vertreten.
    Silvia Hochstrasser: Zu jener Zeit spielte ich Handball, was für viel Aufsehen sorgte. Lieber hätte ich gar Fussball gespielt, was mein Vater aber definitiv verboten hat. In der Sonderausstellung bin ich auch vertreten.
  • Benjamin Kiel: Ich hatte den Auftrag, für die Sonderausstellung Zeitungen von damals zu durchforsten und nach typischen Zeitmomenten zu recherchieren. Es war witzig, in diese Epoche einzutauchen. Gut, dass wir nun im 2018 leben.
    Benjamin Kiel: Ich hatte den Auftrag, für die Sonderausstellung Zeitungen von damals zu durchforsten und nach typischen Zeitmomenten zu recherchieren. Es war witzig, in diese Epoche einzutauchen. Gut, dass wir nun im 2018 leben.
  • Ingegerd Florin: Zu jener Zeit war ich 16 Jahre alt, und bei uns in Schweden war alles etwas fortschrittlicher. Ich habe meinen Aufbruch eher äusserlich mit der Bekleidung demonstriert mittels der legendären Schlaghosen.
    Ingegerd Florin: Zu jener Zeit war ich 16 Jahre alt, und bei uns in Schweden war alles etwas fortschrittlicher. Ich habe meinen Aufbruch eher äusserlich mit der Bekleidung demonstriert mittels der legendären Schlaghosen.
  • Babajalscha Meili: Als Übersetzerin bin ich an historischen Hintergründen interessiert. Ich bin erstaunt, wie salonfähig die 60er- und 70er-Jahre immer noch sind. Erst jetzt realisieren wir wirklich, wie bahnbrechend damals alles war.
    Babajalscha Meili: Als Übersetzerin bin ich an historischen Hintergründen interessiert. Ich bin erstaunt, wie salonfähig die 60er- und 70er-Jahre immer noch sind. Erst jetzt realisieren wir wirklich, wie bahnbrechend damals alles war.
  • Patrick Zehnder: Ich durfte als Historiker aufschlussreiche wissenschaftliche Grundlagen liefern. Insbesondere in Sachen Wohngemeinschaft (WG) Birmenstorf. Ich erinnere mich sehr gut, dass unsere Lehrer damals so «gspässig» angezogen waren.
    Patrick Zehnder: Ich durfte als Historiker aufschlussreiche wissenschaftliche Grundlagen liefern. Insbesondere in Sachen Wohngemeinschaft (WG) Birmenstorf. Ich erinnere mich sehr gut, dass unsere Lehrer damals so «gspässig» angezogen waren.

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