Auf der Zielgeraden

Beim Spatenstich für die Südwestumfahrung waren sich alle einig: ein historischer Tag für Brugg und Windisch, aber nur ein Anfang.

Erfolgreicher Spatenstich für die Südwestumfahrung Brugg/Windisch
Erfolgreicher Spatenstich für die Südwestumfahrung Brugg/Windisch (Bilder: wag)

von
Hans Christof Wagner

15. April 2019
14:30

«Der Beginn der Planungen für die Umfahrung Brugg reicht ins Jahr 1995 zurück», sagte der Aargauer Regierungsrat Stephan Attiger zu den Projekt-Beteiligten, die sich vergangenen Freitag an der Unterwerkstrasse, wo für die Umfahrung ein Kreisverkehr vorgesehen ist, trafen. Der Spatenstich sei immer ein Höhepunkt, sagte Attiger: Abschluss komplexer und langwieriger Vorbereitungen und Startschuss für die Verwirklichung eines Projekts. «Bei einem Spatenstich kann man sich wieder mal richtig als Baudirektor fühlen», sagte er. 

Barbara Horlacher, Frau Stadtammann von Brugg, fühlte sich beim Spatenstich zwar nicht als grüne Politikerin, nannte das Vorhaben aber dennoch eine «attraktive Alternative» für den Verkehr aus dem westlichen Aaretal und aus den Wohnquartieren im Westen Bruggs zu den Autobahnanschlüssen im Birrfeld. «Die Strasse führt zu Entlastungen in Scherz und Lupfig, befreit aber auch das Rütenen-Quartier in Windisch vom Schleichverkehr», sagte sie. Für Horlacher ist die Südwestumfahrung Brugg aber nur der Anfang. Sie verwies auf das kantonale Verkehrsmanagement und die im Zuge von Oase («Ostaargauer Strassenentwicklung») geplanten weiteren Massnahmen für den Raum Brugg. Was Horlacher sagte, war mit Windischs Gemeindepräsidentin abgesprochen. Gegenüber «e-journal» betonte Heidi Ammon: «Ein erster Schritt zur Entlastung, jetzt müssen weitere folgen.»

  • Daniel Moser
    Daniel Moser
  • Dave Roth
    Dave Roth
  • Heidi Ammon
    Heidi Ammon
  • Leo Geissmann
    Leo Geissmann
  • Titus Meier
    Titus Meier
  • Stephan Attiger
    Stephan Attiger
  • Peter Keller
    Peter Keller
  • Marius Büttiker
    Marius Büttiker

Darauf verwies auch Daniel Moser, Horlachers Vorgänger. Moser war es nicht vergönnt, selbst zum Spaten zu greifen. Aber: «Für mich ist es heute trotzdem ein Freudentag. Mich hat das Projekt seit 2010, als ich Stadtammann wurde, beschäftigt. Uns gingen fast die Buchstaben aus bei den vielen Varianten der Trassenführung, die zu benennen waren.» Neben Moser hat auch der Brugger Vizeammann Leo Geissmann das Vorhaben lange mitverfolgt: «Es war kein unumstrittenes Projekt. Aber auf die Einsprachen der Kritiker wurde eingegangen, wozu neben dem Kanton auch die Stadt Brugg beigetragen hat.» Nicht zurück, sondern nach vorn blickten die Kantonsvertreter beim Spatenstich: Peter Keller, Unterabteilungsleiter Realisierung, Departement Bau, Verkehr und Umwelt: «Wir werden bis Ende 2022 drei Kilometer Strasse bauen.» Projektleiter Marius Büttiker: «Wir werden die Umfahrung so schnell wie möglich verwirklichen. Ich verspreche: Wir geben Gas.»

Die Zeit nach 2022 beschäftigt Bruggs Grossrat Titus Meier schon heute: «Grundsätzlich ist es wichtig und richtig, dass die Umfahrung von Brugg gebaut wird. Gleichzeitig müssen wir aber auch rechtzeitig ein Auge darauf haben, welche Konsequenzen das Projekt auf das Verkehrsaufkommen in der gesamten Stadt haben wird. Nicht dass wir eines Tages negativ überrascht werden.» Auch Dave Roth, Einwohnerratspräsident von Windisch, hofft darauf, dass sich die positiven Effekte der Südwestumfahrung wie erhofft einstellen: «Für das Rütenen-Quartier in Windisch dürfte die neue Strasse eine echte Erleichterung sein. Die Lebensqualität wird dort steigen. Andererseits muss man sich bei einem 46,5-Millionen-Franken-Projekt schon auch die Frage der Verhältnismässigkeit stellen – finanziell und auch angesichts der grossen Eingriffe in die Natur.»

  • Barbara Horlacher
    Barbara Horlacher
  • Erfolgreicher Spatenstich für die Südwestumfahrung Brugg/Windisch
    Erfolgreicher Spatenstich für die Südwestumfahrung Brugg/Windisch (Bilder: wag)

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