«Die gesetzten Ziele übertroffen»

Die Kinder der vierten und sechsten Klasse malen im Altersheim zum Thema «Power and Light». Gleichzeitig studieren sie ein Konzert ein.

Erik Rohr, Lehrer, übt mit der vierten Klasse das Lied «Let it be» von den Beatles
Erik Rohr, Lehrer, übt mit der vierten Klasse das Lied «Let it be» von den Beatles (Bilder: cl)

von
Claudia Marek

09. März 2018
09:00

Janina und Salome sitzen an einem Tisch und malen mit zwei Bewohnerinnen an einem Bild. Grosse Fenster sorgen für viel Licht und geben den Blick frei in den hübschen Garten. Weitere Bewohner sitzen verteilt im Raum und beobachten von ferne das Geschehen. Es ist die Demenzabteilung des Heims. «Ich mache das sehr gern», beteuert die Seniorin, während sie Punkte auf das Bild malt. «Sie können das super», wird die Bewohnerin von Salome ermutigt. «Mache ich es falsch»? fragt die andere Seniorin schüchtern. «Bestimmt nicht», sagt Janina, «es muss nicht alles perfekt sein.» Die Mädchen sind zwölf Jahre alt und haben sichtlich Spass, mit den beiden Frauen zu malen. Im ganzen Altersheim sind die Schüler aus der Primarschule Schinznach verteilt und malen. Eine andere Klasse studiert ein Konzert ein. An der Vernissage verkaufen die Kinder ihre Bilder und werden mit dem Erlös eine Reise organisieren. 

  • Salome Müri
    Salome Müri
  • Sven Künzle
    Sven Künzle
  • Pablo Bär
    Pablo Bär
  • Kay Derrer
    Kay Derrer

«Wir müssen probieren, junge Menschen ins Altersheim zu locken, und beide, die Jungen wie die Betagten, können voneinander profitieren», sagt Emmi Wernli, Gerontologin. Das sei die Idee des Projekts, führt sie aus. Die Kinder sind bereits zum vierten Mal im Altersheim, und Emmi Wernli gerät ins Schwärmen. «Es ist eine Freude», so Wernli. Es gebe Senioren, die beim Singen mitmachen, andere beim Malen. Die meisten Bewohner freuen sich über den frischen Wind in ihrem Heim. Auch die Kinder seien sehr motiviert. Emmi Wernli und Marianne Portner, Lehrerin, haben die Kinder vorgängig über die Demenzerkrankung unterrichtet. «Aber eigentlich brauchen die Erwachsenen Schulung, nicht die Kinder, erzählt Emmi Wernli. Die Kinder würden unvoreingenommen und natürlich den Betagten begegnen. Manche Kinder würden sogar in ihrer Freizeit die Bewohner besuchen. «Die gesetzten Ziele haben wir weit übertroffen», sagt sie erfreut. Auch Marianne Portner ist begeistert. «Tiefstes Erlebnis im Schuldienst», nennt sie diese Erfahrung. 

«Sobald wir die Türe in die Demenzabteilung öffnen, verhalten sich die Kinder stiller und bewegen sich langsamer.» Sie wissen, dass die Betagten keine Unruhe vertragen, und verhalten sich entsprechend, erzählt Portner. Inzwischen haben Sven, Pablo und Kay ihre Bilder fertig gemalt. Sie sind zufrieden mit ihren Werken. Sie liessen sich von ihrem Motto ­«Power and Light» inspirieren. «Es hat Spass gemacht», sagen sie unisono. «Es sind hier viele Leute, die wir sonst nie getroffen hätten», sagt ­Pedro.


Vernissage: Samstag, 17. März 13.30 Uhr, Alters- und Pflegeheim Schinznach-Dorf

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