Muskelkraft statt Gaspedal

Einmal jährlich lautet die Devise in der Region Brugg: Muskelkraft statt Motor. Der slowUp bringt Generationen zusammen.

Die Region lässt sich mit Eigenantrieb noch besser entdecken
Die Region lässt sich mit Eigenantrieb noch besser entdecken (Bilder: sit)

von
Saskia Iten

14. August 2018
09:00

Heftig in die Pedalen treten – oder in die Rollschuhe. Eine 33 Kilometer lange Strecke aus eigenem Antrieb bewältigen, vorbei an Wiesen und Feldern, über Brücken und durch farbenfrohe Waldabschnitte. Alles ganz ohne motorisierte Verkehrsteilnehmer: Das ist slowUp. Schon zum sechsten Mal findet der Anlass in der Region Brugg statt und führt bei herrlichem Sommerwetter über 28'000 Menschen zusammen.

Dieses Jahr fahren die Geschwister Verena und Paula Forster die Strecke in Brugg zum zweiten Mal. Die beiden sind richtige slowUp-Fans; sie reisen durch die ganze Schweiz, um an den sportlichen Events mit den Inlineskates teilzunehmen. Einerseits können sie so gemeinsam Zeit verbringen, andererseits lernen sie völlig neue Regionen kennen. «Ich wäre sonst wahrscheinlich kaum einmal nach Brugg gekommen», sagt Verena. Die Region gefällt den Geschwistern gut. «Die Strecke ist abwechslungsreich und anspruchsvoll. Man merkt nun, was man gemacht hat – und das tut gut!», findet Paula. 

  • Devis Sisini
    Devis Sisini
  • Laura Steger
    Laura Steger
  • Verena und Paula Forster
    Verena und Paula Forster
  • Tanja Hasler
    Tanja Hasler

Vielfältiges Rahmenprogramm

Leicht erschöpft aber stolz trifft Laura Steger mit ihrer Familie am Hauptfestplatz in Brugg ein. Das zierliche blonde Mädchen hat den Streckenabschnitt von Möriken nach Brugg zum ersten Mal selbständig bewältigt. Unterwegs gab es tolle Spiele, Geschenke und Verpflegungsmöglichkeiten – doch die Natur scheint es Laura besonders angetan zu haben. «Mir hat der Wind im Rücken und im Gesicht so gefallen», erzählt sie sichtlich zufrieden. Während sich die einen gegen Mittag auf dem Hauptgelände von ihrer sportlichen Aktivität erholen und eine erste Bilanz ziehen, hat Devis Sisini noch über die Hälfte der Strecke vor sich. Weder mit dem Velo, noch mit den Skates, sondern zu Fuss: er joggt. Seine Tochter fährt mit dem Fahrrad mit. Die beiden sind ein eingespieltes Team; sportliche Aktivitäten gehören für sie zum Wochenende dazu. Wenn nicht gerade der slowUp stattfindet, dann inklusive Hund und Ehefrau. «Das Rahmenprogramm hier ist jedoch einmalig. Der Event wird immer grösser; das wollen wir uns nicht entgehen lassen», sagt Vater Devis. Ein letzter Schluck vom Energiedrink – dann geht es weiter.

 

Der perfekte Sonntagsausflug

Der slowUp ist ein Fest für Jung und Alt, für Familien und Singles, Bewegungs- und Genussmenschen. Familie Hasler ist gerne in der Natur und fuhr schon zum vierten Mal mit den Fahrrädern am slowUp mit. «Das Fest eignet sich perfekt als Sonntagsausflug für die ganze Familie», sagt Mutter Tanja im Ziel. Um dem Hauptansturm zu entgehen, sind die vier gleich zu Festbeginn um 10 Uhr losgeradelt – und schon zu dieser Tageszeit habe es streckenweise viele Leute gehabt. «Schön ist, dass hier jeder im eigenen Tempo fahren kann. So ist die Teilnahme auch mit den Kindern gut gegangen», erzählt Tanja. Eine kleine Stärkung ist nun wohl verdient, bevor es mit dem Fahrrad wieder heimwärts geht. Benzin für den Körper sozusagen – denn als Motor dient auch auf dem Heimweg lediglich die Muskelkraft.

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