Schwitzen für den letzten Schliff

Mit dem Dreh von «Burnout» haben sich die Windischer Bezirksschüler ein anspruchsvolles Projekt ausgesucht. Nun ist die letzte Szene im Kasten. Der Film kommt im Frühjahr 2019 in die Kinos.

Die Laienschauspieler mussten am Filmset über sich hinauswachsen
Die Laienschauspieler mussten am Filmset über sich hinauswachsen (Bilder: isp)

von
Isabel Steiner Peterhans

12. Juli 2018
11:30

Über ein Jahr lang hat die Lehrerin, Michèle Bachmann, in jeder freien Minute am Drehbuch geschrieben und am Text rumgefeilt, immer zusammen mit Schülerinnen und Schülern ihrer Abschlussklasse. Einen Monat lang wurde das Script nun abgedreht. Ein im Vorfeld gestartetes Crowdfunding hat die Abenteuerreise eines Films überhaupt möglich gemacht. Voraussichtlich kommt der Streifen mit dem aussagekräftigen Titel «Burnout» im Frühjahr 2019 in ausgewählte Schweizer Kinos. 

Über hundert Personen haben mitgewirkt. Angelina Rupp aus Windisch zum Beispiel ist so eine. Die 15-Jährige spielt im 90-minütigen Film eine grössere Hauptrolle, die der Elena. «Ich vermutete ja zuerst, dass wir einfach so ein simples Endschulprojekt anpeilen, und bin jetzt ziemlich erstaunt, wie gross die Sache schliesslich geworden ist», bemerkt sie etwas perplex. Angelina Rupp ist vertraut mit dem Auswendiglernen eines umfangreichen Textes, gibt sie später bescheiden zu, denn die Windischerin hat bereits Erfahrungen bei anderen Theaterproduktionen machen können.

 

Von Gimbal-Bildstabilisierung und blauviolettem Lidschatten

Einen «Crash-Gratislehrgang» hat wohl auch die aufgeweckte Fabienne Güller aus Birr hinter sich. Die junge Frau hat sich ganz auf ihren Job als Kameraassistentin ausgerichtet und kennt inzwischen schon ganz viele Fachausdrücke wie zum Beispiel Gimbal. «Ich habe es einfach ausprobiert», gibt sie schmunzelnd zu, «und dabei ganz viel gelernt.» 

  • Angelina Rupp
    Angelina Rupp
  • Fabienne Güller
    Fabienne Güller
  • Nandini Sapra
    Nandini Sapra
  • Daria Djordjic
    Daria Djordjic
  • Ana Stojanovic
    Ana Stojanovic
  • Jens Pauli
    Jens Pauli
  • Cyril Keller
    Cyril Keller

Wie man «Fake-Blut» am cleversten inszeniert, weiss inzwischen Nandini Sapra. Denn zusammen mit einer Schulkollegin ist sie für das Make-up der Schauspieler und Statisten verantwortlich. «Ich habe gar nicht gewusst, dass man blauvioletten Lidschatten bestens für das ‹Wie-echt-Wirken› einer Wunde brauchen kann», schmunzelt sie später. Daria Djordjic aus Birr ist stolz, «the runner» zu sein und happy über ihre kleinere Sprechrolle der Jana. Sie wirke lieber im Hintergrund. Die 15-Jährige ist nach wie vor erstaunt, wie viel Arbeit vor allem auch hinter den Kulissen und dem Dreh steckt. Das wird einem wohl erst bewusst, wenn man mal selber mitwirkt.

 

Über den eigenen Schatten springen

Genau das hat die zierliche Ana Stojanovic aus Scherz gemacht. Spielt sie doch im Film Selina, die beste Kollegin der Hauptdarstellerin Valeria. Ana gibt zu, dass es Mut gekostet hat, die Rolle überhaupt anzunehmen, und staunt zeitgleich, wie anstrengend «Filmen» so sein kann, welch enger Zeitplan vorherrscht und wie konzentriert eigentlich alle am Set mitgearbeitet haben. Sie seien von Tag zu Tag routinierter geworden. Jens Pauli hat einen ganz witzigen Filmjob gefasst: den «Klassenclown». Wobei lustig zu sein, gar nicht so einfach ist, wie er später zugibt. Gleich vier Freundinnen im Filmprojekt hat Cyril Keller aus Lupfig und sieht sich als «miesen Kerl». Aber diese Rolle spiele er locker, denn der Jungschauspieler ist zwar kein mieser Kerl, dafür in der Show-Radio-Theater-Moderatoren- und Bühnenwelt seit Längerem bereits zu Hause und mit seinen 16 Jahren ein echt «alter Hase».

Spannend am Projekt ist auch, dass Profi­schauspieler wie auch Laien mitwirken und der Clou an der ganzen Sache, der Film kommt zweisprachig daher: in Deutsch und Englisch. Aus verlässlicher Quelle wurde noch verraten, dass «Burnout» lediglich ein Arbeitstitel sei, der «richtige» Titel werde noch folgen. Man darf also gespannt sein!

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