«Zwei Seelen wohnen, ach, in meiner Brust»

In Riniken fand am Feierabendgespräch des Verbands Aargauischer Orstbürgergemeinden ein erstes Podium zur Waldinitiative statt.

Podium zur Waldinitiative in Riniken
Podium zur Waldinitiative in Riniken (Bilder: em)

von
Esther Meier

30. Oktober 2018
09:00

Milly Stöckli, Präsidentin des Verbandes Aargauischer Ortsbürgergemeinden, freute sich über die rege Beteiligung am Feierabendgespräch: Erstmals konnte die Grenze von 100 Teilnehmenden geknackt werden. Die Waldinitiative beschäftigt die Mitglieder des Verbandes stark. In Riniken fand das erst kontradiktorische Podium dazu statt, bisher hörte man die Stimmen nur separat. 

Cristina Kopp, Gemeinderätin von Birrwil, meinte: «Als FDP-Politikerin bin ich gegen die Initiative. Die Kosten steigen zu stark, auch wenn es viele Stimmen dafür gibt.» Peter Stirnemann, Gemeindeammann von Gränichen, musste länger überlegen. Schliesslich stimmte er der Aussage zu: «Zwei Seelen wohnen, ach, in meiner Brust», schliesslich präsidiert er in seiner Funktion auch die Gränicher Ortsbürgergemeinde. 

Gemeindeammann Markus Fehlmann von Remigen äusserte sich dezidiert. «Jeder will den Wald nutzen, ob zu Fuss, mit dem Velo, als Jogger oder zur Erholung. Wenn etwas der Allgemeinheit dient, so soll es auch die Allgemeinheit bezahlen», sprich in diesem Fall der Kanton. Martina Märki, die in Mandach für den Gemeinderat tätig ist, hoffte auf das Podium mit seinen unterschiedlichen Stimmen. Sie versteht beide Seiten. Vielleicht könnten ihr pointierte Aussagen den Entscheid erleichtern. 

  • Cristina Kopp
    Cristina Kopp
  • Peter Stirnemann
    Peter Stirnemann
  • Markus Fehlmann
    Markus Fehlmann
  • Martina Märki
    Martina Märki
  • Marcel Moser
    Marcel Moser
  • Kevin Friker
    Kevin Friker
  • Sebastian Meier
    Sebastian Meier

Der Präsident der Finanzkommission der Ortsbürger von Würenlos, Marcel Moser, hingegen meinte klar: «Die Ortsbürger sollten selber schauen, wie sie die Probleme lösen können. Schliesslich hat man, genau wie ein privater Hausbesitzer, auch seinen Stolz.» Kevin Friker, Sohn der Befürworterin auf dem Podium Vreni Friker, studiert als Forstwart Rechtswissenschaften. Im Gemeinderat Oberentfelden ist er vor allem für die Ortsbürger und deren Belange zuständig. Er wollte vor allem die Argumente der Gegner eins zu eins hören. Sie hatten ihn im Grossen Rat nicht überzeugen können, dass die Waldinitiative schlecht sei. 

Einer ganz deutlichen Sprache bediente sich Sebastian Meier, Förster in Elfingen. Da der Zofinger Stadtammann Hans-Ruedi Hottiger seine gegnerische Ansicht deutlich gemacht hatte, meinte Meier: «Wenn uns aus dem Speckgürtel Zofingen jemand sagt, der Wald und die damit verbundenen Aufgaben seien nicht Sache des Kantons, so vergisst er kleine Ortsbürgergemeinden, die nicht derart auf Rosen gebettet sind wie diejenigen in Zofingen. Die Erholungssuchenden kommen zu uns aus dem ganzen Kanton, ja sogar von ausserhalb der Kantons- und Landesgrenzen, da darf der Kanton wahrhaftig einen Beitrag zum Erhalt dieses Waldes leisten.» Er wollte von der Fragestellerin noch wissen, ob seine klare Meinung auch wirklich so übernommen werde, was hiermit geschieht. 

Die Abstimmung findet übrigens am 25. November statt.

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