«2019 hat sich viel bewegt»

Bei der 156. Rechnungsablage blickte das Rettungskorps Brugg auf viele Beschaffungen zurück und legte das Kommando in neue Hände.

Aus den Händen von Kommandant Florian Isenring (rechts) nahm Manuel Keller das Leithorn entgegen. Darüber freut sich auch Frau Stadtammann Barbara Horlacher (Bild: wag)

14. Januar 2020
13:00

Der traditionelle Ripplifrass im Salzhaus, in dessen Rahmen die Feuerwehr-GV stattfand, ist einer der grossen Brugger Events. So war auch dieses Mal nahezu der gesamte Stadtrat präsent, Regionalpolizei, Zivilschutz, Rettungsdienst und Vertreter der befreundeten Wehr aus Rottweil. Aber weil die einen 70. Geburtstag feierten, beschränkte sich die Delegation auf Wolfgang Mack. Der erinnerte in seinem Grusswort an den Ewigen Bund, einen 1519 und bis heute gültigen Pakt zwischen Rottweil und den damaligen Schweizer Kantonen.

 

Bund mit der Tradition

Einen Bund mit der Tradition hat auch das Brugger Rettungskorps, der Verein aus aktiven und ehemaligen Feuerwehrleuten. Und so wurde auch 2020 am herkömmlichen Appell festgehalten. Aber der Namensaufruf, durchgeführt vom ehemaligen Brugger Einwohnerratspräsidenten Stefan Baumann, dauert bei mehr als 200 Mitgliedern eben auch. Wobei Korpschef Serge Läderach ausführte: «Der Appell sollte aus Zeitgründen vor Jahren einmal abgeschafft werden. Aber das wurde abgelehnt.» – Tradition eben. 

So kam am Abend auf die klassische Weise heraus, dass 126 Korpsmitglieder anwesend waren. 2019 konnte sich die Wehr über die Zahl von 29 Neumitgliedern freuen. Und wenn es 2019 auch wieder einige Austritte gab – das Saldo ist dennoch positiv. Etwa die Hälfte der Neuen war am Abend im Salzhaus anwesend, wo sie von Läderach, Frau Stadtammann Barbara Horlacher und Noch-Kommandant Florian Isenring unter den Aktiven begrüsst wurden. Einige davon sind aus dem früheren Schinznach-Bad, das seit der Fusion mit Brugg auch seine Feuerwehr verschmolzen hat. 

 

25 Jahre Magazin Stahlrain

In seinem Jahresbericht 2019 streifte Läderach die Fachvorträge, den Feuerwehrmarsch, die Höcks, das Freundschaftstreffen mit der Feuerwehr Rottweil, das Kränzen sowie die Motorrad- und Korpsreise. Für 2020 stehen in etwa die gleichen Anlässe wieder an, ergänzt durch einen Oldtimer-Corso im Mai im Zürich, an dem die Brugger voraussichtlich mit ihrer historischen Autodrehleiter (ADL) Baujahr 1957 teilnehmen werden. Ausserdem steht im August ein Fest zur Feier des 25-Jahr-Jubiläums des Magazins Stahlrain auf der Agenda.

 

Extrem viel bewegt 

Florian Isenring hielt seinen letzten Jahresbericht. Denn nach fünf Jahren an der Spitze der Aktiven tritt er vom Feuerwehrkommando zurück. «2019 hat sich bei uns extrem viel bewegt», führte er aus: neues Ausrück- und Alarmierungskonzept, neue Magazine im Umiken und Schinznach-Bad und vor allem neue Fahrzeuge. 2019 hat sich die Wehr allein über sechs neue gefreut. Insgesamt neun waren es in Isenrings fünfjähriger Amtszeit. Isenring erinnerte an die 78 Einsätze und die 216 Übungen des vergangenen Jahres. Und versprach: «2020 wird sicher ein ruhigeres Jahr werden.» Aber eben nicht mehr unter seinem Kommando. Das übernahm am Abend Isenrings bisheriger Vize Manuel Keller. «Ich bin froh, ihm eine gut aufgestellte Wehr übergeben zu können», so Isenring. Diese besteht aus aktuell 124 Aktiven, deutlich über dem Mindestbestand von 110, mit 26 in Schinznach-Bad auch dort drüber. «Einen Zielbestand von 130 konnten wir aber noch immer nicht ganz erreichen», so der scheidende Kommandant. 

 

«Kein Tag der Freude»

«Als im am 27. Mai 2019 davon erfuhr, dass Florian Isenring aufhören will, war das kein Tag der Freude für mich», betonte Horlacher. Denn sie habe die Zusammenarbeit mit ihm und dessen «faire und sachliche Art» immer geschätzt. «Florian Isenring hat die Brugger Feuerwehr umsichtig geführt, entscheidend mitgeprägt und fit für die Zukunft gemacht», würdigte Frau Stadtammann und fügte hinzu: «Schön, dass du als Offizier der Feuerwehr Brugg erhalten bleibst.» Ob 2020 aber tatsächlich so ruhig sein werde, wie von ihm vorhergesagt, stellte sie dann doch in Frage. Horlacher wünschte Manuel Keller als dem neuen Kommandanten und Pascal Schneider, der ihn als Vize beerbt, einen guten Start. Schneider wurde dann auch zum Oberleutnant und Keller zum Hauptmann befördert. 

 

Vermögen schmilzt 

Finanziell aber steht die Wehr nicht mehr so solide da. Schon 2019 schmolz das Vermögen, das auch auf Konten liegt, die in Euro- und australischem Dollar geführt werden, auf 80'000 Franken. Auch das Budget für 2020 sieht wieder ein Minus von rund 10'000 Franken vor. So kam aus den Reihen der Aktiven der Antrag, den Jahresbeitrag in Höhe von 40 Franken zu überdenken. «Das ist doch extrem wenig und wenn wir den erhöhen, haben wir kein Defizit mehr», sagte einer. Bei der Abstimmung stimmte eine Mehrheit für den Antrag. Über einen neuerlichen Beitrag werden die Korpsmitglieder dann beim Ripplifrass 2021 abstimmen.

  • Auftritt der beiden neuen Magazinverantwortlichen für Umiken Andy Wölfli (links) und Schinznach-Bad Aaron Grieder (rechts) gegen den vollamtlichen Gerätewart Daniel Bürge (Mitte) zu einem Wettkampf mit dem Rollmodul «Putz- und Instandhaltungsfahrzeug PIF»  (Bild: wag)
  • Über 29 Neumitglieder freut sich die Brugger Feuerwehr, von denen beim Ripplifrass aber nur ein Teil anwesend war  (Bild: wag)
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