Abenteuerland Obstwald

Ein neu gegründeter Verein will in Birmenstorf einen Obstwald aufbauen. Interessierte können Obstsorten vor dem Aussterben retten.

Die Vereinsmitglieder bei der Vereinsgründung. (Bild: zVg)

07. Juli 2021
13:48

Mer hei e Verein

Die Rubrik ist – in Anlehnung an den bekannten Song von Mani Matter – eine Hommage an all die vielen Vereine der Region. Sind auch Sie Mitglied eines tollen Vereins, den wir hier vorstellen dürfen? Schreiben Sie uns an redaktion@effingermedien.ch.

In diesem Gefäss werden häufig Vereine vorgestellt, die 50, 100 oder sogar 500 Jahre alt sind. Viele kämpfen mit Mitgliederschwund oder haben ihre Tätigkeiten wegen Corona aussetzen müssen. Nun hat sich ein Verein bei uns gemeldet, der dem allgemeinen Vereinssterben trotzt. Es handelt sich um den Förderverein Obstwald. Hinter dem Verein stehen bekannte Persönlichkeiten. Christoph Schoop ist der Präsident, Johannes Jenny ist Leiter der Kommuni­kation.

Der Verein will in den nächsten drei Jahren etwa 140 Hochstammobstbäume auf insgesamt 1,7 Hektaren im Birmenstorfer «Oberhard» pflanzen. Ein Ziel ist es, den Rückgang von Pro-Specie-Rara-Obstsorten zu verhindern und damit gleichzeitig die heimische Insekten- und Pflanzenwelt für die nächsten Generationen zu sichern.

Viele Kinder wachsen heute so auf, dass sie nur «Gala»-Äpfel kennen. Dass die Obstwelt enorm viele verschieden Geschmacksrichtungen enthält, ist nicht allen bekannt. Das Gleiche gilt für die reiche Vielfalt an Farben, Formen und Aussehen.

 Der Verein will die Obstsorten nach der Ernte «diversifizieren» und kündigt bereits an, Süssmost und sortenreine Spirituosen herzustellen. Auch die Kultmarke «Birmo» (ein Mineralwasser) soll wiederbelebt werden.

Der kulinarische Aspekt ist natürlich wichtig. Es geht aber auch um den Zugang zur Natur, der heute vielen verwehrt ist. Der Obstwald soll deswegen eine Erfahrung für alle Sinne bieten. Man kann ihn riechen, die Farben der Blumen bewundern, das Summen der Bienen hören, den feuchten Boden unter den Füssen spüren – und am Ende in einen frischen Apfel beissen.

Der Verein bietet für jedes Portemonnaie eine Mitgliedschaft an. Für Familien gibt es zum Beispiel den «Familienbaum». Gemeinsam mit den Kindern kann man dann an den Erntetagen dabei sein und erhält eine Einladung zum Erntedankfest. Für einen grösseren Betrag darf man sich einen Baum sichern.

In Planung steht ausserdem ein Obstsaft-Abo und weitere kreative Ideen. Wer Interesse oder Fragen hat, wendet sich am besten an die Kontaktadresse info@tinoph.ch.

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