«Äifach esch ned de Plan»

Songwriterin Sarah Huber und Autorin Andrea Keller verknüpfen im Projekt «Dein ganzes Leben» Musik und Literatur mit Lebensfragen.

Sängerin und Songwriterin Sarah Huber ist vielseitig unterwegs. (Bild: zVg | Donovan Wyrsch)

03. Februar 2021
14:10

Zehn Kapitel zum Lesen, zehn Mundart-Songs und hundert Fragen zum Nachdenken. So beschreibt die in Birr beheimatete Sarah Huber ihr neues Buch mit Audiountermalungen «Dein ganzes Leben», das sie zusammen mit der Schriftstellerin Andrea Keller herausgibt. Offizielles Erscheinungsdatum ist Herbst 2021. «Wir möchten die Leserinnen und Leser dazu auffordern, in verschiedene Lebensphasen einzutauchen. Angefangen bei der Geburt über die Kindheit und Teenagerjahre bis ins hohe Alter», meint die 36-Jährige. In Songs und Texten geht es um Themen, die jeden umtreiben. Pläne, Hoffnungen, Träume, Liebeskummer, Scheitern und Erfolg. Und immer wieder die Frage «Was ist im Leben wirklich wichtig?». «Wir hatten dieses Projekt schon länger auf unserem Radar», sagt Huber, «so richtig ins Rollen kam es aber erst in der Corona-Zeit, die uns alle zum Rückzug und zur Einkehr zwang.» Der Titel der ersten Single-Auskoppelung spricht für sich selbst. «Äifach esch ned de Plan», singt Huber mit ihrer weichen, zerbrechlichen Stimme. Bereits die erste Zeile des Songs bringt es auf den Punkt: «Ich be si no am sueche, d’Liechtigkeit vom Sii». Die Videokünstlerinnen Julia Hostettler, Claudine Landolt und Vera Gut haben dazu einen Clip kreiert, der auf deinganzesleben.ch abgespielt werden kann.
 

Die Musik liess sie nie los
Sängerin wollte die in Baden geborene Sarah Huber schon immer werden. «Das Erste, was ich als Kind nach dem Aufstehen gemacht habe, war Singen und Pfeifen», erinnert sie sich und muss lachen. Schon während ihrer Schulzeit an der Kanti Wettingen hatte sie Auftritte, unter anderem in der dortigen Klosterkirche. An eine Musikhochschule wollte sie nicht. «Das war mir viel zu theoretisch.» Unsicherheit in Bezug auf ein zukünftiges reines Künstlerinnendasein bewog sie, Kommunikation mit Chinesisch im Nebenfach zu studieren. Ihr zweites Studienjahr verbrachte die Kosmopolitin in Shanghai. Doch ihre ursprüngliche Leidenschaft liess sie nie los. «Kaum war meine Ausbildung beendet, zog es mich ganz zur Musik und in meine Heimat zurück.» Bescheiden fing sie an auf Hochzeiten, Trauerfeiern und an Firmenevents zu singen. Mit ihrer unvergleichlich hellen und klaren Stimme machte sie schnell von sich reden und konnte auf bekannten regionalen Bühnen auftreten. «Meine Karriere kam ziemlich schnell ins Rollen», bekundet Huber, «ich konnte mich innert weniger Jahre mit meiner Musik selbständig machen.» Sie war Backgroundsängerin bei «Bligg» und stand unter anderem mit Anastacia, Nicole Bernegger und Luca Hänni auf der Bühne. Zudem ist sie Frontfrau der Band «Sarah and the Freaks» und neben Marisa Jüni und Ronja Borer (Tochter von Bo Katzmann) eine von drei Leadsängerinnen der Formation «Sheee», mit der sie bald das 10-Jahre-Jubiläum feiern kann. «Zurzeit sind allerdings sämtliche Engagements auf Eis gelegt», bedauert die attraktive Frau mit den braunen Rehaugen.


Singen als Therapie
Um ihre Stimme fit zu halten und weiterzuentwickeln, absolvierte Huber eine dreijährige Weiterbildung an der Zürcher Hochschule der Künste, ZHdK, in Musikphysiologie und ist in ihrem Atelier in Lenzburg als Vocal Coach tätig. «Sprechforscher gehen davon aus, dass wir singen konnten, bevor wir sprechen lernten. Singen verbessert erwiesenermassen die Stimmung und das Wohlbefinden und vermindert körperlichen und psychischen Stress», schreibt sie auf ihrer Website. In ihren Gesangsunterricht integriert sie auch Sprechtechnik und Auftrittskompetenz.


Wie geht es weiter?
Zehn Musiker sind in den verschiedenen Songs zu hören. Insbesondere Geige, Klavier und Gitarre prägen den Stil. Privatpersonen und Firmen können auf der Website Musikergagen für das neue Audio-Buch «Dein ganzes Leben» beisteuern. «Ich bin sehr dankbar für die Unterstützung», meint die Stimmkünstlerin ernst. «Wenn ich gar nichts zu tun hätte, ginge es mir nicht so gut wie jetzt.» Und die Angst, ob und wie es weitergeht, sei latent immer vorhanden. «Wir möchten im Herbst eine kleine Tour machen, um unser Projekt dem Publikum live vorzustellen», sagt sie und hofft auf bessere Zeiten.

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