April, April!

Es war ein 1.-April-Scherz, aber keine Fotomontage: Die Corona-konforme Sitzbank von Endingen gibt es wirklich. Wir lösen auf, wo sie in Zukunft stehen wird – und zu welchem Zweck.

Gemeindeschreiber Daniel Müller mit einem Kunden am Gemeinde-Schalter mit dem echten «Corona-Bänkli». (Bild: is)

02. April 2021
20:00

Für rund 12'000 Franken wolle die Gemeinde Endingen sämtliche roten Bänke umrüsten, damit der Abstand beim Sitzen gewährleistet sei, meldete am 1. April E-journal.ch. Dazu soll das Mittelstück entfernt werden, an den Seiten entsteht so je eine kleine Sitzfläche für eine Person. Der Aprilscherz blieb nicht unkommentiert. «Wir haben einige Mails und Anrufe bekommen, denn manche Leser waren tatsächlich im ersten Moment überrascht und nahmen das für bare Münze», erklärt Gemeindeammann Ralf Werder. Spätestens am Telefon habe sich die Sache aber jeweils aufgeklärt, «und es wurde herzhaft gelacht.»

Die Geschichte war zwar ein Aprilscherz, doch das Foto dazu war echt. Das abgebildete rote Bänkli existiert jedoch nur in einer einzigen Ausführung. Diese wird ab sofort in der Gemeindekanzlei stehen – und zwar direkt vor dem Schalter, an dem die Anliegen der Bürgerinnen und Bürger entgegengenommen werden. Der Ammann erklärt die Idee dahinter: «Wir wollten den Schalterbereich schon lange umgestalten, um mehr Privatsphäre bei der Bedienung bieten zu können. Zuerst wollten wir die Bank direkt vor den Schalter stellen, aber so wäre die Distanz zu gross. Deshalb kam dem Hausdienst die Idee, das Mittelstück zu entfernen. So können nun maximal zwei Personen nebeneinander direkt am Schalter stehen.» Die beiden Aussensitze sind für Begleitpersonen – Kinder oder Betagte –, gedacht. Die restlichen Warteplätze, derzeit sind es einige Stühle, werden künftig vor der Glastüre direkt nach dem Hauseingang platziert.

Allerdings ist es durchaus möglich, dass noch ein zweites «Corona-Bänkli» in Auftrag gegeben wird. Denn die Idee kam so gut an, dass sich der Ammann bereits Gedanken darüber macht, im Dorf tatsächlich nochmal ein Exemplar aufzustellen – «als eine Art Mahnmal für die Corona-Pandemie, an die man sich in Endingen noch Jahrhunderte später erinnern soll.» Wie jedes der 32 bereits bestehenden Bänkli soll auch dieses mit einem individuellen Spruch beschriftet werden. Eine Idee lautet: «endingen.ch hier zusammen Corona besiegt!»

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