«Auch Hunde haben den Hexenschuss»

Massagetherapie gibts neu auch für Hunde: Sandy Kistler befreit Hunde von vielfältigen Beschwerden. Oft lassen sich teure Operationen vermeiden.

Sandy Kistler mit Boxerhündin Xera (9): «Nach drei Behandlungen ist Xera wieder schwindelfrei.» (Bild: es)

18. November 2020
18:11

Freudig springt die weisse Boxerhündin (9) durchs Hundetherapie-Studio von Sandy Kistler im Hausemer Huserhof. «Xera litt unter schweren Krampf- und Schwindelanfällen, hat extrem gezittert und ist mehrfach zusammengeklappt», sagt Sandy Kistler. Mit ihrer in der Schweiz noch wenig bekannten Dorn-Therapie für Hunde konnte die diplomierte Berufsmasseurin bereits etliche Hunde von ihren Leiden befreien. Auch bei Hündin Xera kam die Therapie nach Dieter Dorn zum Einsatz. «Dabei taste ich die Wirbelsäule ab und beseitige Wirbel- und Gelenkblockaden», erklärt Kistler.

Komprimierte Spinalnerven können oftmals Erkrankungen der inneren Organe verursachen. Mit ihrer Therapie bringt Sandy Kistler die Fehlstellungen wieder in Ordnung und löst verhärtete Muskeln. Xeras Besitzer, Dani Hegnauer, professioneller Hundebetreuer aus Mellingen, ist glücklich und überzeugt: «Meine Xera ist wieder topfit. Zwei teure Operationen haben wenig geholfen – ich staune, wie effizient Frau Kistler Hunden mit Rückentherapie und Massagen helfen kann.»


Alle Hunderassen sind willkommen
Dackel, Pudel oder Schäfer – Sandy Kistler behandelt alle Rassen. «Auch ein American Staffordshire war schon bei mir», erzählt Sandy Kistler. Angst vor gefährlichen Hunden hat sie nicht, aber Respekt. «Auch ein kleiner Hund kann ein ‹giftiger Chaib› sein.» Im Zweifelsfall kommt ein Maulkorb zum Einsatz. Rückentherapie und Massage können grundsätzlich bei allen Wirbeltieren angewandt werden – auch bei Katzen, Schafen oder Pferden. «Bei Büsis ist das natürlich schwerer. Sie sind nur bedingt ruhig und können kratzen.» Ihre vierbeinigen Patienten sind sehr feinfühlig: «Die Hunde spüren, dass ihnen eine solche Massage guttut.» Nach wenigen Minuten sind sie ruhig und entspannt unter Kistlers Händen.

«Auch unsere Hunde leiden wie wir Menschen sehr häufig unter Rücken- und Gelenkbeschwerden, welche oftmals nicht sofort erkannt werden», erklärt Sandy Kistler. Dabei leiden die Hunde etwa an Ischias, Skoliose, Hexenschuss, Bandscheibenvorfällen, Beckenschiefstand, Beinlängendifferenz, Wirbelfehlstellungen, Schulterprobleme, Hüft-, Knie- oder Fussblockaden. «Oft sind Verspannungen und Schmerzen auf den ersten Blick nicht erkennbar. Körpersprache und Veränderungen im Wesen können aber Anzeichen sein für Beschwerden und Krankheiten», sagt Sandy Kistler, die junge und ältere Hunde oft auch präventiv behandelt.


«Ich mochte lieber Hunde als Bäbis»
Die Motivation für die Studioeröffnung war ganz einfach: «Es macht mir Freude, Tieren zu helfen und sie von ihren Schmerzen zu befreien.» Die Resonanz ist sehr gut, auch zumal eine Bandscheibenoperation bei einem Hund schnell einmal 7500 Franken kosten kann. «Ich war schon immer ein grosser Hundefan. Bereits in meiner Kindheit faszinierten mich Hunde mehr als Bäbis», lacht Sandy Kistler, die in Brugg aufgewachsen ist. So trainierte sie schon als Mädchen mit dem Pudel «Hanco» allerlei Kunststücke. Zunächst wollte sie Tierpflegerin werden, absolvierte dann aber eine KV-Lehre bei einer Bank in Zürich. Später liess sie sich zur Masseurin ausbilden, wurde bereits in jungen Jahren Geschäftsführerin von mehreren Instituten im Sport-, Wellness- und Schlankheitsbereich. Seit fünfzehn Jahren ist Sandy Kistler mit ihrer Praxis für Massage, Dorn-Therapie und Mental Coaching erfolgreich selbständig. Sie behandelt und betreut Menschen jeder Altersstufe bei Rücken- und Gelenkschmerzen, Nacken- und Kopfschmerzen, Blockaden, Ängsten und Panikattacken oder Stress.

Die sympathische und quirlige Massagetherapeutin hat ein grosses Herz für Tiere. «Manchmal muss man auch ein wenig das Frauchen oder Herrchen eines Hundes therapieren», lächelt Sandy Kistler. «Wer nervös ist, Ängste hat oder gehetzt durchs Leben geht, kann das auch auf den Hund übertragen.» Tiere nehmen viel mehr wahr, als der Mensch denkt: «Tiere werden total unterschätzt, weil sie anders kommunizieren.» Dabei haben etwa Hunde einen besseren Geruchs- oder Spürsinn als Menschen. «Sprüche wie ‹Du, dummer Hund!›, ‹Blöder Affe!› oder ‹Besch en Esel!› sind also völlig fehl am Platz!» Einen eigenen Hund hat Sandy Kistler zurzeit übrigens nicht. «Das liegt zeitlich nicht drin. Meine Katzen Cheetah (4) und Cielo (14) halten mich genügend auf Trab.»

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