Auf den Spuren der alten Römer

Sie graben Mauern, Keller und Tonscherben aus: In einem Pilotprojekt des Kanton Aargaus dürfen Freiwillige archäologische Grabungen in Gebenstorf machen.

Freiwillige graben einen antiken Keller aus (Bild: zVg | Kantonsarchäologie)

von
Ilona Scherer

21. August 2019
13:45

Rund 20 Freiwillige – zumeist Pensionierte – suchten im Industriegebiet Gebenstorf-Stein­acher auf zwei Flächen von 5 mal 4,5 Metern nach Überresten römischer Architektur. Das Grabungsareal liegt in der Bau- und Gewerbezone und dürfte in Zukunft überbaut werden. Deshalb sind die archäologischen Reste potenziell gefährdet. 

Das Pilotprojekt fand im Rahmen des Freiwilligenprogramms der Abteilung Kultur des Kantons Aargau statt. «Wir mussten gar nicht gross Werbung für das Projekt machen, die Anfragen kamen von selber», sagt Archäologe Pirmin Koch, der gemeinsam mit Verena Leistner die Arbeiten koordinierte und überwachte. Vorkenntnisse seien nicht nötig gewesen: «Alle sind Anfänger, aber sehr interessiert.» Die Laien-Archäologen lernten zu graben, zeichnen und fotografieren. Zudem führten sie einen Blog und posteten jeweils das Bild der Woche auf Instagram

Neben zahlreichen Tonscherben von Amphoren, in denen Wein und Olivenöl transportiert wurden, fand die Gruppe eine römische Mauer, die zu einem grösseren Gebäude gehören dürfte. Sie ist laut Koch recht gut erhalten. Zudem wurden ein Keller und ein römischer Kiesplatz ausgegraben. «Leider können wir die Funktion des Kellers für die Siedlung noch nicht so genau definieren», so Koch. Generell ging es aber bei dem Projekt nicht nur um die Funde, «sondern auch um das Sichten und die Frage, wie man die Fundgegenstände präparieren kann», erklärt Grabungsleiter Koch. Die Fundstücke werden von Gebens­torf in die Kantonsarchäologie nach Brugg gebracht. Dort werden sie gewaschen, erfasst und schliesslich eingelagert. Das Projekt soll künftig jährlich stattfinden. Noch sei aber nicht klar, wann und wo der nächste Feldkurs stattfindet. Am heutigen Donnerstag, 22. August, findet um 17 Uhr noch eine letzte Führung statt. is

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