Auszeichnung für Ehrenamtliche

Das Wir-Gefühl stärken und die Lebensfreude anheben: Das will der Förderverein Events Brugg mit der Suche nach dem «Brugger des Jahres».

Suchen den «Brugger des Jahres»: Miro Barp, Vize-Präsident, und Josef Sachs, Präsident des Fördervereins Events Brugg. (Bild: zVg)

14. Oktober 2020
18:00

Brugger des Jahres gesucht

Der Förderverein Events Brugg (FEB) sucht den«Brugger des Jahres 2020». Es soll ein Mann oder eine Frau sein, die sich seit Jahren im Bereich Kultur, Sport oder Soziales ehrenamtlich und uneigennützig für die Gemeinschaft einsetzt. Angemeldet werden können im Bezirk Brugg wohnhafte, erwachsene Personen. Ausgeschlossen sind Vorstandsmitglieder des FEB. Eingabeschluss ist der 15. November; die Nomination findet im Dezember 2020 und die Preisvergabe im Januar 2021 soll folgende Kriterien erfüllen: wohnhaft im Bezirk Brugg, Volljährigkeit, integre Persönlichkeit, langjähriger uneigennütziger Einsatz für die Gemeinschaft. Die Anmeldung erfolgt online unter fe-brugg.ch.

Dem Föderverein Events Brugg (FEB) gehen im Corona-Jahr buchstäblich die Projekte aus. Weder das Guggen-Open-Air beim Campus Brugg-Windisch, das Public Viewing auf dem Eisi während der Europameisterschaft noch das Jugendfest die Veranstaltung «Brugg wird Bauernhof» oder das Chorfestival fanden statt. Und so hat der Vorstand des FEB beschlossen, die Auszeichnung «Brugger des Jahres» zu lancieren. Damit soll eine Person aus dem Bezirk Brugg gewürdigt werden, die sich über viele Jahre hinweg uneigennützig für die Gemeinschaft engagiert hat.


Motivation für Freiwilligenarbeit
Wie seine Vorstandskollegen ist auch Miro Barp, Ansprechpartner vonseiten des FEB für das Projekt, seit Jahren in vielen Bereichen ehrenamtlich tätig, so zum Beispiel beim Fussballclub Brugg, beim Tischtennisclub Brugg und beim Trachtenverein Birmenstorf. «Ich erachte mich als Teil der Stadt, des Kantons, der Gesellschaft – natürlich ist es ein gutes Gefühl, nicht nur von der Gesellschaft zu nehmen, sondern ihr auch etwas zurückzugeben», begründet er sein Engagement. Sein eigener Migrationshintergrund motiviere ihn dazu, sich neben seinen leistungssportlichen und kulturellen Interessen besonders bei der Förderung von sozial benachteiligten zugewanderten Kindern und Familien zu engagieren, so der Projektleiter Aufbau Sicherheitsdienst bei den Psychiatrischen Diensten Aargau, der für die SVP im Einwohnerrat sitzt.

Die ehrenamtliche Arbeit soll mit der vom FEB 2020 erstmals vergebenen Auszeichnung an Wertschätzung gewinnen. Dies explizit auch deshalb, weil der Verein der Meinung ist, mit der zunehmenden Professionalisierung bei der Organisation von Events gehe «die Seele von Veranstaltungen» oft verloren. «Beispielsweise sind heute die Jugendarbeit, die Migrationsarbeit und die Unterstützung von Familien weitgehend Sache des Staates oder der Gemeinde geworden – gleichzeitig sank die Motivation für Nachbarschaftshilfe und unentgeltliches Engagement, das auf Beziehungen statt auf Lohnarbeit basiert», kritisiert Miro Barp, selbst dreifacher Vater.


Förderung des Zusammenhalts
Um Beziehungen dreht sich auch die neue Auszeichnung zum «Brugger des Jahres», oder besser gesagt, ums «Wir-Gefühl in einer Gesellschaft». Freiwilligenarbeit entstehe nicht nur aus diesem Wir-Gefühl, so Barp, sondern es fördere dieses auch. «Wenn nur noch professionell und gegen Bezahlung etwas geleistet wird, geht in Kultur, Sport und sozialem Leben das Herzblut verloren», ist er überzeugt. Dadurch werde den Vereinen der Boden entzogen, und das Zusammengehörigkeitsgefühl schwinde. Gleichzeitig würden Sozialkosten und soziale Spannungen steigen.

Mit der Auszeichnung will der FEB explizit auch die «Anhebung der Lebensfreude» erreichen. «Diese ist letztlich ein soziales Erlebnis», ist Miro Barp überzeugt. «Gemeinsame Erlebnisse sind lustvoller als das Verbringen der Freizeit im stillen Kämmerlein.» Darum wolle der FEB Engagements fördern, welche zum Zusammenhalt der Gemeinschaft beitrügen. Vorerst ist die Auszeichnung ein Pilotprojekt. Stösst sie auf Resonanz, überlegt sich der Vorstand des FEB eine Fortsetzung.

 

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