Auto-Poser sorgen für Ärger

In einem Birmenstorfer Quartier regt sich Widerstand gegen das Vorhaben des Kantons, die Mülligerstrasse zu sanieren.

Einmündung des Hööndlerwegs in die Mülligerstrasse (Bild: sha)

25. Juni 2020
09:00

Über 40 Anwohner des Hööndlerweges in Birmenstorf haben im Rahmen des Planauflageverfahrens des Kantons zur Sanierung der Mülligerstrasse mit Radwegstreifen Einwände erhoben. Insbesondere die Führung und Gestaltung des Radweges stösst dabei auf Opposition. Dabei stehen Aspekte der Verkehrssicherheit und Lärm­emissionen im Vordergrund, wie die Beschwerdeführer schreiben.

 

Alternative Linienführung für Radwege verlangt

Die Interessengemeinschaft Hööndlerweg (IGH) hat bereits früher Forderungen an den Gemeinderat betreffend Verkehrssicherheit und Lärm auf dem Hööndlerweg respektive der Mülligerstrasse gestellt. Nun nimmt die IGH im Rahmen des Auflageverfahrens des Kantons die Gelegenheit wahr, ihren Forderungen und Anliegen Nachdruck zu verleihen. Dabei schlägt sie eine alternative Linienführung für den nationalen und kantonalen Radweg vor, der die Verkehrssicherheit für die Radwegbenutzer stark erhöht und dem Kanton erlauben würde, auf kostenintensive Kunstbauten zu verzichten.

Die Anwohner stellen den Antrag, der  Radweg sei von Mülligen her nur bis zur Haarnadelkurve auszubauen und von dort Richtung Westen über eine neue Trasse in die Weigass und anschliessend in die bestehende Radroute auf dem Hööndlerweg zurückzu-führen. Die kantonale Radroute auf der K420 könnte damit über die Mellingerstrasse (via Wildsaukreisel) in die K272 geführt werden.

 

«Geschwindigkeitsreduktion zwingend im Ausserortsbereich»

«Sollte der Kanton auf dieses Verlangen nicht einsteigen, werden am aufgelegten Projekt verschiedene sicherheitsrelevante Verbesserungen verlangt», schreiben die über 40 Beschwerdeführer vom Hööndlerweg. Da nicht einmal die normgerechten Sichtweiten eingehalten werden könnten, sei eine Geschwindigkeitsreduktion im Ausserortsbereich zwingend. Dies würde gleichzeitig dazu beitragen, dass die lästigen Beschleunigungsmanöver, insbesondere der Auto-Poser, wirksam bekämpft werden könnten, sind sie überzeugt. Dies gelte nicht nur in Richtung Birmens­torf, sondern gleichzeitig auch in Richtung Mülligen.

 

Das Projekt des Kantons

Der Kanton plant, die Mülligerstrasse auf dem Abschnitt zwischen der Einmündung Chrezgass und der Reussbrücke nach Mülligen innerhalb der nächsten zwei Jahre zu sanieren. Das Projekt lag vom 11. Mai bis 9. Juni öffentlich auf. Das Teilstück Chrezgass bis Bruggerstrasse war bereits vor knapp zehn Jahren zusammen mit dem Trottoirbau erneuert worden. 

Mit der Strassensanierung verfolgt der Kanton verschiedene Ziele. Dazu gehört die Erhöhung der Verkehrs­sicherheit aller Verkehrsteilnehmer, wie es im Projektbeschrieb heisst. Dazu beitragen sollen eine Fahrbahnverbreiterung, eine separate Radspur für bergwärts fahrende Radfahrer sowie ein Gehwegabschnitt für Fussgänger und Wanderer entlang der Strasse. Ebenso soll der sanierungsbedürftige Strassenkörper instand­gestellt werden und die Stützmauer erneuert werden, Letzteres unter anderem aufgrund der vorgesehenen Fahrbahnverbreiterung.  Die Baukosten sind mit rund 3,5 Millionen Franken veranschlagt. Da der Sanierungsperimeter gänzlich im heutigen Aus­serortsbereich liegt, werden die Kosten vollumfänglich vom Kanton getragen. 

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