Baden-Turgi: Daumen hoch für den Fusionsvertrag

Die erste Hürde ist genommen: Baden (58,7 Prozent) und Turgi (84 Prozent) haben Ja zur Ausarbeitung eines Fusionsvertrags der beiden Gemeinden gestimmt. Damit geht das Projekt in die zweite Phase.

Stadtammann Markus Schneider (Baden) und Gemeindeammann Adrian Schoop (Turgi) freuen sich vor dem Badener Stadthaus über das Ja der Bevölkerung. (Bild: sha)

von
Ilona Scherer | Beni Frenkel

13. Juni 2021
15:40

Die Anspannung bei den beiden Gemeinden war riesig: Während die Stimmen in Turgi bereits relativ früh ausgezählt waren, liess das Ergebnis aus Baden aufgrund der höheren Einwohnerzahl länger auf sich warten. Um 12.25 Uhr kam der erlösende Anruf von Badens Stadtammann Markus Schneider an den Turgemer Gemeindeammann Adrian Schoop: Auch Baden stimmt der Ausarbeitung eines Fusionsvertrags zu. Kurz darauf knallten im Gemeinderatszimmer in Turgi die Sektkorken. Gemeinsam mit Vizeammann Astrid Barben sowie den Gemeinderäten Daniel Lienammer und Markus Wälty stiess Schoop auf das Abstimmungsergebnis an. Insgesamt haben in Baden 58,7 Prozent (4170 Ja, 3062 Nein) dafür gestimmt, in Turgi sogar 84 Prozent (660 Ja, 126 Nein). Die Stimmbeteiligung betrug betrug in Baden 60,2 und in Turgi 52,7 Prozent. 

Stadtammann Markus Schneider (Die Mitte) zeigte sich gegenüber «e-journal» erleichtert: «Die hohe Zustimmung ist ein Ausdruck der Bevölkerung, dass wir den richtigen Weg gewählt haben.» Ziel sei es nun, das Nein-Lager in den nächsten Monaten zu überzeugen. Schneider sprach dabei von einer «Herausforderung». So müsse man der Bevölkerung vor allem die finanziellen Aspekte der Fusion nochmals darlegen. Auch Adrian Schoop freute sich über das Ergebnis: «Die Anspannung war riesig. Das Ja war enorm wichtig für uns. Es ist ein klares Zeichen, dass der Souverän erkannt hat, was wir Baden bieten können: Raum für die Entwicklung hin zu einem noch attraktiveren Regionalzentrum, von dem Turgi gern Teil sein wird.»  

Delegationen der beiden Gemeinden trafen sich am Sonntagnachmittag beim Badener Stadthaus, um sich gemeinsam über das positive Ergebnis zu freuen:

 

Auch Kritiker sind glücklich

Tobias Vonesch, SVP-Einwohnerrat und bekennender Kritiker der Fusion, sagte gegenüber «e-journal»: «Für uns ist das Ergebnis eine sehr gute Ausgangslage. Die 41,3 Prozent Nein-Stimmen werden uns bei der nächsten Abstimmung wohl erhalten bleiben.»

Mit dem Abstimmungsergebnis werden der Stadtrat Baden und der Gemeinderat Turgi beauftragt, einen Fusionsvertrag für den Zusammenschluss der beiden Gemeinden per 1. Januar 2024 auszuarbeiten. Der Vertrag regelt die Details der Fusion. Im November/Dezember 2022 beschliessen der Einwohnerrat Baden und die Gemeindeversammlung in Turgi über den Vertrag. Stimmen beide Gremien zu, kommt es im März 2023 zu einer zweiten Volksabstimmung, in der die Fusion besiegelt werden könnte.

In der zweiten Projektphase wird die Bevölkerung nun aktiv eingebunden, indem sie über spezifische Fusionsthemen wie Freizeit, Kultur, Jugend und Alter mitdiskutieren kann. Die genaue Form dieser Partzipation wird nun nach der ersten Volksabstimmung ausgearbeitet. 

Weitere Informationen unter www.baden-turgi.ch

Der Gemeinderat Turgi stösst auf 84 Prozent Ja an: Ammann Adrian Schoop, Daniel Lienammer, Astrid Barben und Markus Wälty. (Bild: is)
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