Badi-Steingarten sorgt für Unmut

Der Eingang der Badi Heumatten in Windisch wurde neu gestaltet. Dabei wurden die Grünrabatten durch einen Steingarten ersetzt. Das weckt Fragen.

Freut nicht alle: neuer Steingarten mit Palmen beim Freibad Heumatten (Bild: sha)

21. Mai 2020
08:30

Geöffnet wird das Freibad Heumatten aufgrund der geltenden Bestimmungen bezüglich Corona diesen Sommer erst am 8. Juni. Doch das Badi-Team bereitet sich derzeit intensiv auf die Eröffnung vor. Dies zeigt ein Artikel in der Ausgabe der Zeitung «Regional» vom 12. Mai. Darin berichtet die Journalistin Irene Hung-König über die Neugestaltung des Eingangsbereichs der Badi Heumatten. Dieser wurde in den letzten Tagen mit einem Steingarten und Palmen versehen. «Wir haben 14 Tonnen Steine gebraucht», wird Alain-André Eichholzer, Leiter Werkhof, in «Regional» zitiert. Um den Steingarten zu erstellen, mussten zuerst rund zehn Kubikmeter Humus abgetragen werden. Die Pflanzen, die der Neugestaltung zum Opfer fielen, wurden laut «Regional» teilweise an Private abgegeben und teilweise im Schachen Unterwindisch eingepflanzt.

 

Wildbienen wurden zum Problem

Hinter der Idee, die Büsche und Stauden beim Eingangsbereich durch verschiedenfarbige Steine zu ersetzen, stehen die beiden Badmeister Christoph Blum und Markus Hung. Gemäss ihrer Aussage liegen die Gründe für das Projekt in der «pflegeleichteren und optisch freundlicheren Gestaltung». Zudem seien auch die Wildbienen, die vorher im Eingangsbereich hausten, für die beiden Badmeister zunehmend zum Problem geworden. 

Gerade letztere Begründung stösst der Windischer Einwohnerrätin Elsbeth Hofmänner sauer auf. Schliesslich habe sich der Einwohnerrat im Herbst 2018 explizit für eine Erhöhung der Grünflächenziffer in der mittlerweile rechtsgültigen neuen Bau- und Nutzungsordnung (BNO) ausgesprochen, kritisiert sie. «Konkret bedeutet dies, dass die Privaten bei einem Neubau in fast allen Bauzonen eine qualitätsvolle Umgebungsgestaltung umsetzen müssen – und dies auf einer anteilsmässig grossen Fläche im Verhältnis zur Grundstücksfläche», so die Einwohnerrätin. 

Elsbeth Hofmänner, die beruflich als Leiterin Baupolizei auf der Abteilung Planung und Bau der Gemeinde Brugg tätig ist, zeigt in Zeiten, «in denen die Schweiz immer mehr überbaut und zubetoniert wird», kein Verständnis für den ihrer Meinung nach «trostlosen Steinmix». Dieser stehe in Diskrepanz zur allgemeinen Strategie der Gemeinde Windisch. «Wir investieren unglaublich viel in den Erhalt der Natur, in artenreiche Wiesen, einheimische Gehölze, Neophytenbekämpfung, aussterbende Tierarten und den Klimaschutz», argumentiert sie. In der Gemeinde selbst seien über 200 Natur­objekte geschützt – «das sind viel mehr als in anderen Gemeinden». 

 

Palmen versus Grünrabatten

Elsbeth Hofmänner kann nicht verstehen, warum sich Windisch auf der einen Seite dem Thema Naturerhalt verschrieben hat und andererseits bei einem öffentlichen Objekt nun «funktionierende, die Badizufahrt auflockernde Grünrabatten» entsorgt würden. Entstanden sei eine «leblose Schotterlandschaft», die noch dazu mit drei «in unserem Klima doch eher fremd wirkenden Palmen» bestückt wurde. «Ich frage mich, wie sich diese Aktion mit der Vorbildfunktion und Glaubwürdigkeit der öffentlichen Hand vereinbaren lässt», so die empörte Einwohnerrätin. 

Der Bericht in «Regional» war von Journalistin Irene Hung-König wohl gut gemeint. Ihrem Mann, Badmeister Markus Hung, hat sie damit nun vermutlich einen Bärendienst erwiesen.

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