«Bären» ist ein Bijou geworden

Der Gasthof Bären in Schinznach-Dorf ist wieder offen. Silvia und Markus Spicher haben ihn am Montag an die neuen Pächter übergeben.

Silvia und Markus Spicher freuen sich zusammen mit Geschäftsführerin Sandra Meyer auf einen guten Start, der Corona-bedingt verspätet erfolgte (Bild: sha)

11. Juni 2020
09:00

Mit geladenen Gästen wurde der Traditions-Gasthof im Herzen von Schinznach-Dorf am Montag wieder eingeweiht. Alle freuten sich über das gelungene «Bijou», das unter der Ägide der neuen Besitzer Silvia und Markus Spicher geschaffen wurde. Ihnen war es sehr wichtig, dass der «Bären» ein Gasthof bleibt. Beinahe wären nämlich Wohnungen eingebaut worden. Mit Sandra Meyer hält ein regelrechter «Wirbelwind» Einzug. Die Bauerntochter aus Dintikon hat aber viel Gastronomie-Erfahrung, ist ausgebildete Hotelfachangestellte, machte eine Service-Zusatzausbildung und wirkte auch schon in «Gault-Millau-Betrieben», wie sie beiläufig erwähnte. Sandra Meyer ist neue Geschäftsführerin und Mitinhaberin der Bären GmbH, wie Silvia Spicher sagte. Sie übergab ihr symbolisch eine goldene Bärenfigur und wünschte viel Glück und gutes Gelingen für die Zukunft. 

 

«Büezerteller» als Geheimtipp am Mittag

Zusammen mit Sandra Meyer wirkt im «Bären» Schinznach ein eingespieltes und bewährtes Team, bestehend aus Rolf Müller, Roger Jones und Elian Busiello. Sie sind gleichzeitig Geranten auf dem Gasthof zum Roten Löwen in Oberrohrdorf. «Wir können viele Synergien nutzen. Nur zusammen sind wir stark», erklärte Sandra Meyer. Besonders hervorheben möchte sie auf der Speisekarte den «Büezerteller», ein dreigängiges Mittagsmenü für 19 Franken. Auch Znüni-Angebote sind reichlich vorhanden. Sandra Meyer ist wichtig zu betonen: «Bei uns sind alle willkommen, selbstverständlich auch Wanderer und Biker. Auf unserer Speise- und Weinkarte findet man fast alles, was das Herz begehrt!»

 

Ende der Amsler-Dynastie

Seit dem 12. April 1876 war der «Bären» in den Händen der Familie Amsler. Doch mit der Pensionierung von Fritz-Jakob Amsler und Ursula Hollenstein ging die Ära zu Ende. Die Söhne Stephan in St. Moritz und Michael in Australien sind zwar ebenfalls in der Gastronomie tätig, mochten aber nicht zurückkehren. Mit der Firma Nomcom AG von Harry Naef wurde 2018 ein Käufer gefunden. Er frischte die Gaststube auf und hauchte auch der alten Rezeption wieder Leben ein. Unglückliche Umstände führten aber nach nur vier Monaten zur Schlies­sung des «Bären». 

 

Saal mit 100 Plätzen

Nun sprang das Ehepaar Spicher in die Bresche und kaufte im Januar 2020 den Gasthof. Markus Spicher renovierte zusammen mit Harry Naef die stattliche Liegenschaft mit viel Herzblut. Der frisch gestrichene Innenhof mit einer reizvollen, integrierten Raucherecke wird durch Lichtkunst von Claudio Cassano effektvoll beleuchtet. Der Gewölbekeller wurde zu einem gemütlichen Apéro- und Raclettestübli umgestaltet, und auch die Kühlanlagen wurden heutigen Ansprüchen angepasst. Im bald hundertjährigen stilvollen Saal sorgen neue Akustikvorhänge für angenehmes Ambiente. Der Saal ist ideal für Taufen, Hochzeiten, Leidmahle und – dank dem Einbau einer zeitgemässen Bühnentechnik sowie einer Kinoleinwand – auch für Kulturprogramme aller Art. Auch die Gartenwirtschaft mit 45 Plätzen hinter dem Haus, vor imposanter Naturkulisse, wurde aus dem Dornröschenschlaf erweckt. Sie wird neu vom Saalbuffet aus erschlossen. 

 

Hauseigener Weckdienst

Zum «Bären» gehören elf Gästezimmer, jedes davon mit Massivholzboden aus Eiche. Glaskabinen ersetzen die alten Duschvorhänge. Das reizvolle Gestaltungskonzept von Silvia Spicher setzt auf die Wiederverwendung der alten Vorhänge, der Lampen und des Mobiliars. Farbgebung, individuelle Tapeten, die Bilder von Künstlerin Jacqueline Weiss mit Andrea Spicher als Modell machen jedes Zimmer einzigartig. Hotelgäste brauchen übrigens voraussichtlich nicht einmal einen Weckdienst: «Wir haben einen eigenen Güggel gleich um die Ecke», freut sich Geschäftsführerin Sandra Meyer lachend. 

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