Bahnpark erhält Heimatschutzpreis

Am 18. April 2006 wurde der Bahnpark Region Brugg gegründet. Nun erhielt die bekannte Stiftung den Aargauer Heimatschutzpreis 2018.

Bei der Preisübergabe (v.l.): Benedikt Weibel, Christoph Brun, Gregor Tomasi, Nicoletta Brentano-Motta, Roland Herrmann und Alex Hürzeler
Bei der Preisübergabe (v.l.): Benedikt Weibel, Christoph Brun, Gregor Tomasi, Nicoletta Brentano-Motta, Roland Herrmann und Alex Hürzeler (Bild: zVg)

von
Max Weyermann

03. November 2018
09:00

Vertreter und Freunde der Stiftung Bahnpark Region Brugg sowie Prominenz aus Politik und Wirtschaft fanden sich zur Verleihung des mit 10'000 Franken dotierten Aargauer Heimatschutzpreises 2018 im Lokomotivdepot ein.

 

Anerkennung von allen Seiten

Christoph Brun sagte seiner Begrüs­sung, dass der von ihm präsidierte Aargauer Heimatschutz in seinem Tätigkeitsgebiet ein breites Spektrum abdecke. Er zeichne nebst beispielhaften Engagements zugunsten der Baukultur auch Institutionen aus, die sich für die Erhaltung anderer wertvoller Zeugen der Vergangenheit einsetzen. 

Stadtammann Barbara Horlacher bezeichnete es als beeindruckend, was der ehemalige Lokomotivführer Gregor Tomasi, Initiant und Präsident der Stiftung Bahnpark Region Brugg, und die weiteren Beteiligten mit ihrem Engagement in den stillgelegten Depotanlagen auf dem Areal beim Bahnhof Brugg geleistet hätten. Im mit viel Herzblut betriebenen Bahnpark, der sich im Laufe der Zeit als Besuchermagnet erwiesen hat, befinden sich Loks, Rollmaterial, Bahnzubehör und Werkzeuge aus verschiedenen Epochen. Auch die Partner SBB Historic, Verein Mikado, Dampfgruppe Zürich und Verein Seetalkrokodil unterhalten hier ihre Schätze aus vergangenen Zeiten.

«Wir befinden uns heute an einem Ort, der Augen zum Strahlen bringt. Kinder und Erwachsene sind fasziniert vom Spektakel, das eine Dampflok entfesseln kann: Feuer, Rauch, Kraft und Lärm ziehen sie in ihren Bann», hielt Alex Hürzeler, Aargauer Landammann und Vorsteher des Departementes Bildung, Kultur und Sport (BKS), sichtlich beeindruckt fest. Er bezeichnete es als sehr passend, dass der Aargauer Heimatschutzpreis im europäischen Kulturerbejahr 2018 an den Bahnpark mit seinem wertvollen Beitrag zur Stärkung der gesellschaftlichen Identität verliehen werde. Dies zeige beispielhaft, dass schützenswerte Objekte nicht nur gemauert, sondern auch fahrbar sein könnten.

In seiner anschliessenden Laudatio betonte Benedikt Weibel, Vorsitzender der Geschäftsleitung der Schweizerischen Bundesbahnen in den Jahren 1993 bis 2006, die spezielle Bedeutung von Brugg in der schweizerischen Eisenbahngeografie: «Hier kreuzt der Ost-West-Verkehr den Nord-Süd-Verkehr zum und vom Gotthard. Deshalb befand sich an diesem Standort ein Bahndepot, das jedoch nach 1923 mit der Elektrifizierung der SBB an Bedeutung verlor. Da es aber glücklicherweise weiterhin als Lagerraum benutzt wurde, blieb es als älteste derartige Anlage der Schweiz bestehen und dient heute dem Bahnpark, zu dem man den Initianten und Betreibern nur gratulieren kann.» 

 

Museumsbetrieb vorgesehen

Nicoletta Brentano-Motta, Vorsitzende der Aargauer-Heimatschutzpreis-Jury, wies darauf hin, dass das für die Preisverleihung zuständige Gremium entschieden habe, die diesjährige Auszeichnung unter das Rahmenthema «Beispielhafte Erhaltung und Dokumentation der Eisenbahngeschichte im Kanton Aargau» zu stellen. Die Stiftung Bahnpark unterhalte die 1892 und 1912 errichteten Depotanlagen mit der noch bestehenden Rundlokremise vorbildlich und präsentiere in den Räumlichkeiten unter anderem die grösste Sammlung von betriebsfähigen normalspurigen Dampflokomotiven der Schweiz. Gregor Tomasi erklärte abschliessend, dass die Absicht bestehe, den Bahnpark ab 2019 als Museum zu führen. 

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