Bau für 700 hochwertige Arbeitsplätze

Der Park Innovaare feierte zusammen mit Forschungspartner und Hauptmieter PSI das Aufrichtefest des neuen Forschungs- und Innovationsbaus.

Kilian Rolli (PSI), Gabriel Aeppli (PSI), Regierungsrat Dieter Egli, Christian Brönnimann (VR-Präsident Innovaare AG), Benno Rechsteiner (CEO Innovaare AG), Christian Rüegg (Direktor PSI), Daniel Leber (Gesamtprojektleiter Erne AG). (Bild: zVg)

30. September 2021
07:03

Am 24. September wurde beim Park Innovaare ein weiterer wichtiger Meilenstein erreicht: Die Aufrichte des neuen Forschungs- und Innovationsbaus wurde zusammen mit rund 300 Gästen aus Wirtschaft, Wissenschaft, Bau und Politik gefeiert. Die Aufrichte markiert die Halbzeit der gesamten Baudauer. Der Spatenstich hatte im November 2019 stattgefunden, und der Innovationscampus soll per Ende 2023 bezugsbereit sein. Der vom Totalunternehmer Erne AG ausgeführte Bau liege sehr gut im Zeitplan.

Der Innovationscampus des Parks Innovaare ist eine Erweiterung des bestehenden Parks Innovaare, der momentan seine Büro- und Laborräumlichkeiten auf dem Gelände des Paul Scherrer Instituts PSI angesiedelt hat. Siebzehn angesiedelte Firmen arbeiten hier an Hightech-Lösungen für die Zukunft: von neuen Technologien zur Krebs-Früherkennung über Raumfahrt-Applikationen bis zu Hightech-Sensoren.

Im Park Innovaare werden besonders in denjenigen Bereichen Produkte entwickelt, in denen das Paul Scherrer Institut PSI seine Forschungsschwerpunkte hat: Mensch und Gesundheit, Energie und Umwelt, Materie und Material, Beschleunigertechnologien und Bau von Grossforschungsanlagen.


Industrie und Forschung unter einem Dach
Jetzt expandiert der Switzerland Innovation Park Innovaare und baut auf insgesamt 38 000 Quadratmetern einen forschungsorientierten Inno­vationscampus, der Firmen aus der nationalen und internationalen Industrie mit der Wissenschaft zusammenbringt: Tür an Tür können Indus­triefirmen mit Wissenschaftlern des Paul Scherrer Instituts PSI zusammenarbeiten. Das PSI ist das grösste Forschungsinstitut der Schweiz in den Bereichen Natur- und Ingenieurwissenschaften und wird im Innovationscampus des Parks Innovaare rund 65 Prozent der Büro- und Laborflächen für seine eigenen Bedürfnisse mieten. Somit werden Forschung und Industrie unter einem Dach zusammengebracht – die ideale Basis für gemeinsame Forschungs- und Innovationsprojekte. Der Campus wird unterschiedliche Büros, einen Co-working-Space, erschütterungsfreie und temperaturstabile Forschungslabore und diverse Reinräume enthalten.


Termingerecht und unfallfrei
Der Totalunternehmer Erne AG in Laufenburg hat für diese aussergewöhnliche Aufgabe diverse Spezialisten engagiert. Der Park Innovaare ist einer von sechs Innovationsparks der nationalen Initiative «Switzerland Innovation». Projektleiter Daniel Leber: «Das einzigartige, komplexe und spannende Projekt war bis jetzt spannend zu jeder Zeit: Nach sehr kurzer Planungszeit, von Juli 2019 bis zum Spatenstich im November 2019, hatten wir einen Start mit viel Regen und Hangwasser, was uns bei den Aushub- und Baugruben-Sicherungsmassnahmen vor erste Herausforderungen stellte. Zeitgleich kam die Pandemie, mit vielen Erschwernissen und einem kurzen Lockdown auf der Baustelle.» Als weitere Schwierigkeiten erwähnte Leber den heftigen Winter mit einem mehrwöchigen «Flockdown», dann eine Überschwemmung der Baustelle und einen kompletten Stromausfall. Dann wurde man durch die Post-Corona-Auswirkungen überrascht: Lieferverzögerungen und noch nie erlebte Preiserhöhungen beim Baumaterial. «Trotz aller Hürden haben wir alle Termine eingehalten; dies bei guter Qualität und – das Wichtigste – ohne Unfälle», freute sich der Projektleiter an der Aufrichte.

Der CEO des Parks Innovaare, Benno Rechsteiner, freut sich sehr über den wachsenden Innovationscampus: «Wir können im neuen Gebäude unseren bestehenden Mietern viel mehr Platz für ihre Expansion anbieten. Durch die Ansiedlung von Forschungsabteilungen von in- und ausländischen Firmen, KMU und weiteren Start-ups kreieren wir im Park Innovaare einen sehr spannenden Firmenmix.» 700 Hightech-Arbeitsplätze «vom Feinsten» würden auf dem Innovationscampus angesiedelt, so Rechsteiner.


Ein nachhaltiges Projekt
Der VR-Präsident der Innovaare AG, Christian Brönnimann, erinnerte sich an eine  Unternehmerreise durch Vietnam und China im November 2018. «Der Speed, mit welchem in diesen Ländern, speziell im Immobiliensektor neue Projekte hochgezogen wurden, war unfassbar und hat mich extrem beeindruckt. Unter anderem haben wir den unglaublichen Showroom von Evergrande besichtigt. Den Rest der Geschichte kennen sie: 300 Milliarden US-Dollar Schulden.» In der Schweiz, so Brönnimann, dauere alles ein bisschen länger, nach dem Motto «Gut Ding will Weile haben», aber dann seien die Projekte nachhaltig und funktionierten. Er sei auf jeden Fall ebenfalls beeindruckt, mit welcher Geschwindigkeit die riesige Innovationscampus-Baustelle vorankomme.

Danilo Zampieri, Leiter Immobilien des Investors Coop Pensionskasse, nannte die Gründe, weshalb man in Villigen investiert: «Für uns als Investor liegt das langfristige Potential in der Ausstrahlungskraft des PSI, in der Innovationskraft der Aargauer Industrie, in der Einmaligkeit dieses Standortes und in der Erweiterbarkeit dieses Projektes.»

Regierungsrat Dieter Egli bezeichnete das Projekt als «Herzensangelegenheit». Er freute sich über die Ansiedlung der hochwertigen und dauerhaften Arbeitsplätze in Villigen. Er erinnerte an die Geschichte der industriellen Pioniere in der Schweiz und speziell auch im Aargau. Der Schweiz, so Egli, komme immer noch eine Leaderfunktion in der Forschung zu. «Aber der Vorsprung gegenüber anderen Ländern schrumpft. Die Politik hat  deshalb eine Aufgabe und muss der Innovation die notwendigen Freiräume geben», so der Innendirektor aus Windisch. Er erinnerte auch an das soeben vom Parlament genehmigte Programm Hightech Aargau.

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