«Bleib gesund, liebe Claire!»

Die älteste Freienwilerin Klara Voser konnte am 13. Mai gleich doppelt feiern: ihren 100. Geburtstag und Muttertag!

Gemeindeammann Robert Müller gratuliert Klara Voser
Gemeindeammann Robert Müller gratuliert Klara Voser (Bild: zVg/Stefan Galicic)

von
Ilona Scherer

17. Mai 2018
09:00

Besondere Leistungen sprechen sich offenbar bis nach Aarau herum. In einem offiziellen Brief gratulierte der Regierungsrat Klara Voser zu ihrem grossen Tag. 100 Jahre – das gibt es schliesslich nicht alle Tage. Unterzeichnet war das Schreiben von Landammann Alex Hürzeler und Staatsschreiberin Vincenza Trivigno. Unter grossem Applaus ihrer Geburtstagsgesellschaft sowie der übrigen Gäste im Restaurant Weisser Wind empfing Klara Voser die Gratulationskarte aus den Händen von Freienwils Gemeindeammann Robert Müller. 


Kein besonderes Rezept

Am 13. Mai 1918, es war ein Montag, erblickte Klara Voser das Licht der Welt. Der Erste Weltkrieg ging seinem Ende zu. Dass sie 100 Jahre alt werden würde, hätte die Jubilarin selbst nie gedacht. Ein besonderes Rezept habe sie jedoch nicht, pflegt Klara Voser stets zu sagen. Ein gesunder Lebensstil, diszipliniertes Turnen bis ins Alter sowie Wechselduschen mit kaltem und warmem Wasser haben aber sicher dazu beigetragen, dass sie heute eine von rund 1500 Personen in der Schweiz ist, die dieses stolze Alter erreichen.

Im Kreis ihrer 14-köpfigen Gesellschaft feierte die Jubilarin im «Weis­sen Wind» mit Rüeblisuppe, Weiderind, Polenta und Gemüse. Ihre Kinder Rosmarie, Ursula und Hanspeter waren sichtlich ergriffen und stolz. «Wir freuen uns vor allem, dass wir unsere Mutter so lange bei uns haben dürfen», erklärte Tochter Rosmarie. Der Jubilarin selbst bereitet es dagegen mehr Mühe, nicht mehr mobil und zunehmend auf fremde Hilfe angewiesen zu sein. Schliesslich darf sie auf ein aktives und spannendes Leben zurückblicken. Als junge Frau absolvierte sie ein Sprachlehrjahr in einem Westschweizer Institut, und nach ihrer Lehre als Blumenbinderin arbeitete sie ein Jahr in Luxemburg. Die damals 21-Jährige wäre gern nach England weitergezogen – der Ausbruch des Zweiten Weltkriegs durchkreuzte ihre Reisepläne jedoch, und sie kehrte nach Wettingen zurück. 


Es gefiel ihr in Freienwil

1945 heiratete sie Eugen Voser. Die Familie lebte in Baden, und als die Kinder grösser waren, arbeitete Klara Voser als Dekorateurin bei Coop. Nähen, Stricken und Häkeln zählten seit jeher zu ihren Hobbys: Ihre drei Kinder, mittlerweile vier Enkel sowie ein Urenkel beglückte sie regelmässig mit Selbstgemachtem. Nach der Pensionierung zogen Eugen und Klara Voser ins beschaulichere Freienwil, wo sie ein Haus am Kirchweg 10 gekauft hatten. Es gefiel Klara Voser im Dorf, wo sie ein geschätztes Mitglied bei den Landfrauen war. 

Nach dem Tod ihres Gatten Mitte der 90er-Jahre blieb Klara Voser im Haus. Vis-à-vis wohnte mittlerweile Gemeindeammann Robert Müller, der sich am Sonntag bewundernd an seine Nachbarin erinnerte: «Ich staunte immer, wie man mit 93 oder 94 Jahren noch alleine wohnen und selber Kommissionen im Dorfladen erledigen kann – das ist einzigartig!» Als sich das Alter doch zunehmend bemerkbar machte, zog Klara Voser 2013 zuerst in eine Wohngruppe nach Kaiserstuhl um und wenig später ins Regionale Alterszentrum Breitwies RAS in Ehrendingen. Dort spielt sie gern das Legespiel Triominos und freut sich, wenn Besuch kommt. Auch die Zeitungslektüre ist ihr noch wichtig.


Bleib gesund, liebe Claire!»

Im RAS wurde Klara Voser am Vormittag ebenfalls geehrt, bevor es zum Mittagessen in den «Weissen Wind» ging. Den Trubel um ihren runden Geburtstag nahm sie gelassen hin. Nach dem Dessert – Erdbeersalat mit lauwarmem Schokoküchlein und Vanilleglace – verabschiedete sich das Geburtstagskind alsbald, um sich in Ruhe von den Feierlichkeiten zu erholen. Gemeindeammann Robert Müller überreichte Klara Voser zum Abschied einen Blumenstrauss vom Gartencenter Lengnau mit den Worten: «Bleib gesund, liebe Claire, und hab Freude am Leben!»

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