Borkenkäfer verursacht massive Schäden

Explosionsartig hat sich in den letzten heissen Wochen der Borkenkäfer ausgebreitet. Die geschädigten Flächen sind zum Teil riesig.

von
Claudio Eckmann

08. August 2019
11:40

Niklaus Büchi aus Ehrendingen besitzt 4,5 ha Wald. Büchi hat ursprünglich Forstwart gelernt und viele Jahre auf seinem Beruf gearbeitet und hatte sich mit seinem eigenen Wald, wie er sagt, einen langen Traum erfüllt. Aber jetzt steht er, wie viele andere Waldbesitzer auch, vor enormen Problemen. Bereits im letzten Sommer habe sich der Borkenkäfer extrem ausgebreitet, doch dieses Jahr sei es noch viel schlimmer. In diesem nasskalten Frühjahr hatte man zwar noch gehofft, dass die Käferbrut zugrunde geht. Aber in den letzten heissen Sommerwochen habe der Käfer geradezu explosionsartig gewütet. Niklaus Büchi zeigt auf ein benachbartes Waldstück. Bei einer ersten Kontrolle sei man zwar schon von 54 m3 ausgegangen, die wegen Käferbefalls geschlagen werden müssen, kurze Zeit später, beim definitiven Anzeichnen, seien es über 200 m3 gewesen. Nach dem Schlag letzte Woche bietet sich ein trostloses Bild.

 

Verräterische Bohrmehlspuren

Um solche massiven Schäden zu vermeiden, kontrolliert Niklaus Büchi daher regelmässig seine eigenen Bäume; doch die Anzeichen sind nur dem geübten Auge sichtbar: kleine Bohrmehlspuren am Fusse der Stämme zeigen ihm an, dass die Krone befallen ist. Büchi erzählt, dass in seiner Lehrzeit bei einer solchen Beobachtung die Holzertruppe sogleich, möglichst noch am gleichen Tag, ausgerückt sei, um den betroffenen Baum zu fällen. Heute, wo manche Waldbesitzer oftmals weit entfernt wohnen, werde mit den Massnahmen manchmal viel zu lange zugewartet, so dass dann eben ganze Waldteile gefällt werden müssen. Das Holz muss nun möglichst rasch aus dem Wald abtransportiert werden, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern.

 

Fichten-Monokulturen sind anfällig

Der Borkenkäfer befällt im Wesentlichen nur Fichten (Rottannen). Früher wurden oftmals ganze Fichten-Monokulturen gepflanzt, das trägt nun zu den grossflächigen Schäden bei. Unter der Rinde frisst sich der Käfer Gänge und schädigt so den Baum. Wird der Baum rechtzeitig gefällt, so fällt eigentlich nur eine äussere kreisförmige Verfärbung auf, die Festigkeit des Holzes ist nicht geschwächt, und das Holz könnte durchaus für Bauzwecke verwendet werden. Der Markt akzeptiere aber, berichtet Büchi, dieses Holz nicht mehr als vollwertig, und zusammen mit der anfallenden Holzschwemme sei der Preis auf gegen 30 Franken pro m3 gesunken. Rechne man mit Rüstkosten von 50 Franken pro m3, so entstehe dem Waldbesitzer pro Kubikmeter ein Verlust von gegen 20 Franken pro Kubikmeter. Versichern kann sich der Waldbesitzer gegen solche Schäden nicht – schön wäre es, so Büchi, wenn das Gemeinwesen die Waldbesitzer bei der Bewältigung dieser Einbussen in irgendeiner Art unterstützen würde.

 

Platz für neue Baumarten

Niklaus Büchi sieht, trotz der grossen wirtschaftlichen Schäden, auch Positives: auf den geschlagenen, lichten Flächen könnten sich nun neue Bäume entfalten und so zu einem vielfältigen, gemischten Wald mit Nadel- und Laubbäumen beitragen. Sowieso werde mit der Klimaveränderung die Fichte bei uns nicht mehr lange Bestand haben, ist er überzeugt.

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