Bundesrätin beehrte Bäderstadt

Bundesrätin Karin Keller-Sutter war der Stargast am Podium, das aus Anlass des 100-jährigen Bestehens der FDP Baden stattfand.

Moderator Rolf Cavalli, Bundesrätin Karin Keller-Sutter und Ständerat Thierry Burkart: (Bild: pg)

08. September 2021
17:45

Im Vorfeld des 18. März 1891 hatte der Stadtrat alles unternommen, damit die Bürger die Tragweite des Abends erkannten. Es ging damals nicht nur um Strom, sondern um die Zukunft Badens. Nach Rückweisungsanträgen, Einsprachen und wohl formulierten Beleidigungen stimmten rund tausend Badener dem Bau eines Kraftwerks im Kappelerhof zu. Heute ist man überzeugt, dass ohne die Freisinnigen die Brown, Boveri & Cie. (BBC) wohl nie in Baden gegründet worden wäre. Denn die Wirtschaft bildet die Lebensgrundlage, und so wird der Wohlstand in Baden heute massgeblich von den 29 000 Arbeitsplätzen mitgetragen.


Aufbruchstimmung 1920

So kam es, dass in einer Zeit der Aufbruchstimmung im Oktober 1920 die FDP-Stadtpartei gegründet wurde. Die Feier zum 100-Jahr-Jubiläum musste Corona-bedingt auf dieses Jahr verschoben werden. Zur Freude aller Protagonisten hat es nun am vergangenen Samstag geklappt. Umrahmt durch die Wynavalley Oldtime Jazzband, in der auch alt FDP-Regierungsrat Peter C. Beyeler mitwirkt, lud die Stadtpartei zu einem durch Rolf Cavalli moderierten Podium auf den Schlossbergplatz ein. Dieses wurde durch die Teilnahme von FDP- Bundesrätin Karin Keller-Sutter, Ständerat Thierry Burkart, Stadtrat Philippe Ramseier und Stadtratskandidatin Esther Frischknecht aufgewertet. Die Veranstaltung erfreute sich grosser Aufmerksamkeit der Bevölkerung.


Gerne im Kurort Baden

Auf die Frage, wie sie die Woche in Brüssel, Bern und Baden erlebt habe, antwortete Keller-Sutter wie folgt: Nach den Beratungen in Brüssel sei man sich in Europa einig, dass die Hilfe in Afghanistan vor Ort geschehen müsse. Nach den Feierlichkeiten zum 50-Jahr-Jubiläum des Frauenstimmrechts in der Schweiz geniesse sie nun den Wochenendauftakt gerne im Kurort Baden. Von der Frage zum gescheiterten Rahmenabkommen liess sie sich nicht beirren. Als Justizministerin pflege sie mit ihren Amtskollegen, die nicht selten mit Unverständnis auf Entscheide der EU-Kommission reagierten, einen regen Austausch. Unmissverständlich war auch ihr Aufruf, sich durch die Impfung vor der Pandemie zu schützen.

Thierry Burkart bestätigte, durch Bundesrätin Keller-Sutter ermuntert worden zu sein, sich der Wahl als Präsident der FDP Schweiz zu stellen. Die Frage, ob in Baden eine politische Monokultur herrsche, verneinte Bur-kart ganz klar. Die Tatsache, dass das weltoffene Baden eine liberale politische Kultur pflege, sei der Beweis dafür. – Bei der CO2-Abstimmung hat Stadtrat Philippe Ramseier ein Nein in die Urne gelegt, wie er auf Frage von Rolf Cavalli bestätigte. Die Herausforderungen müssten zusammen mit den Bürgerinnen und Bürgern umgesetzt werden. Mit Holzschnitzel-heizungen, Fernwärme und Photovoltaikanlegen sei schon schon einiges umgesetzt worden, so Ramseier.

Für die Unternehmerin und Stadtratskandidatin Esther Frischknecht ist wichtig, sowohl unternehmerisch als auch politisch Prioritäten zu setzen. Mit einer ausgewogenen Politik und der Akzeptanz anderer Meinungen und Ideen möchte sie die Stadt auch in der Zukunft weiterbringen.

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