Bussen für Einkaufswägeli-«Diebe»

Wer ein Einkaufswägeli aus dem Shoppi Tivoli «entführt», wird ab sofort zur Kasse gebeten: «Diebe» werden mit 200 Franken gebüsst. 

Weil Verbotstafeln – hier beim Tivoli – nicht fruchteten, ergriff die Gemeinde nun drastischere Massnahmen. (Bild: zvg)

von
Ilona Scherer

10. Oktober 2019
08:00

Täglich stehen im Shoppi Tivoli 3000 Einkaufswagen für die Kundschaft bereit. Ein neunköpfiges Team sorgt dafür, dass sie auf 60 verschiedene Stationen verteilt werden und stets am richtigen Ort stehen. Immer öfter mussten die Mitarbeitenden jedoch in den vergangenen Jahren Einkaufs­wagen ausserhalb des Shoppingcenters einsammeln – viele Kundinnen und Kunden nehmen das Transportmittel für ihre Einkäufe nach Hause oder lassen sie auf öffentlichem Grund stehen. Dreimal wöchentlich werden die Wägeli in Spreitenbach und Umgebung mit einem Jeep eingesammelt – bis zu 500 pro Woche! Oft sind die eingesammelten Wägeli zudem verschmutzt oder gar defekt. 

Ein echtes Ärgernis, nicht nur für das Shoppi Tivoli Management, sondern auch für viele Anwohnerinnen und Anwohner. Seit einem Jahr waren deshalb alle Wagen mit einem Hinweis versehen, dass das Entwenden verboten sei und gemäss Artikel 141 des Strafgesetzbuchs gebüsst werde. 

 

«Wir haben alles versucht»

Zudem wurden Schilder und Bodenmarkierungen angebracht, und das Personal machte vermehrt Kontrollen. Vorübergehend ging die Zahl der entwendeten Wagen zwar auf rund 150 zurück, aber zuletzt stieg sie wieder an. «Wir haben alles versucht, aber anscheinend nützt es nur, wenn Bussen ausgestellt werden», sagte Centerleiter Patrick Stäuble zur «Limmatwelle». Nun hat der Gemeinderat reagiert. Im überarbeiteten Polizeireglement steht seit Kurzem unter Artikel 13: «Das Stehenlassen der im Eigentum von Verkaufsläden stehenden Einkaufwagen auf öffentlichem Grund ist untersagt.» Wer sich nicht daran hält, kann mit einer Busse von 200 Franken bestraft werden. 

Die Polizei ist damit nun befugt, vor Ort Ordnungsbussen auszustellen. «Wir werden in den nächsten Monaten vermehrt Kontrollen durchführen», kündigte Roland Jenni, Chef der Repol Wettingen-Limmattal, in der «Limmatwelle» an. Wer seinen Wagen ausserhalb des Areals stehen lasse, werde gebüsst. 

Gemeinde und Shoppi Tivoli hoffen, dass diese Massnahme abschreckend wirkt und künftig weniger Einkaufswagen mitgenommen und stehen gelassen werden. 

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