CampusGlobal: Donald Trump und die USA

Walter Niederberger veranschaulichte im Rahmen der Vortragsreihe CampusGlobal Brugg die Gründe der Wahl von Donald Trump.

Gastreferent Walter Niederberger mit Moderator Andreas Petersen (Bild: sit)
Gastreferent Walter Niederberger mit Moderator Andreas Petersen (Bild: sit)

31. März 2017
07:40

Blondes schütteres Haar, ungezähmte Artikulation, Hoffnungsträger einer gespaltenen Nation: Donald Trump, der 45. Präsident Amerikas. Kaum jemand hätte damit gerechnet, dass der Mann, der in seinem Wahlkampf durchschnittlich alle fünf Minuten eine Lüge verbreitete, zum amerikanischen Präsidenten gewählt wird. Journalist Walter Niederberger arbeitet als USA-Korrespondent für den «Tages-Anzeiger», lebt mit seiner Frau in der Nähe von San Francisco und ist Autor des Buches «Trumpland». Als Gast der Vortragsreihe CampusGlobal Brugg veranschaulichte er den Zuhörern in der Hochschule für Wirtschaft FHNW, wie ein narzisstischer Skandalpolitiker zum Präsidenten der Weltmacht Nummer eins werden konnte.


Warum Donald Trump?

Die Wahl von Trump führt Niederberger hauptsächlich auf eine gespaltene Nation zurück. Auf eine Nation, die frustriert und enttäuscht ist. Eine Nation, die genug von den bisherigen Zuständen hat, die nicht mehr zusehen will, wie die Reichen geschont und die Armen geschröpft werden. Mit dem Wahlslogan «Make America Great Again» griff Trump – ganz im Gegensatz zu seiner Kontrahentin Hillary Clinton – genau dieses Anliegen auf und etablierte sich zum Hoffnungsträger. So kann man die Trump-Wähler in zwei Kategorien einordnen: Einerseits handelte es sich um wirtschaftlich benachteiligte Personen, andererseits waren es Landesbürger, die nicht für Trump, sondern gegen Clinton wählten. Wer ist also dieser Präsident Trump: Lachnummer, Hoffnungsträger oder grosser Zerstörer? Für eine definitive Einschätzung wäre es noch zu früh. Niederberger meinte zynisch: «Ich bin nicht der Meinung, dass Trump nur negativ ist – obwohl ich ihn für unfähig halte.»


Macht der Digitalisierung

Eines wusste Trump jedoch wie kein anderer zu nutzen: Er machte Twitter zu seiner Plattform. Soziale Medien entwerten den klassischen Journalismus und bieten den Politikern einen direkten, ungefilterten Kommunikationsweg. Trotz Twitter-Einträgen: Niederberger ist überzeugt, dass Trump seine Wahlversprechen nicht einhalten kann. 


Prognosen?

Was geschieht, wenn das auch die hoffnungsvollen Trump-Wähler realisieren? Da wagte selbst Niederberger keine genaue Prognose abzugeben. Möglich, dass sich dann die stark kriselnden Parteien neu formatieren werden. Bereits nächstes Jahr stehen die Zwischenwahlen an. Dann wird sich zeigen, wie es weitergeht.

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