«Chinderschlössli» energetisch sanieren

Mit der Bevölkerungszahl steigen auch die Schülerzahlen aller Stufen und damit auch der Schulraumbedarf. Dieser bleibt wohl ein Dauerthema.

Das «Chinderschlössli» an der Schartenstrasse 42 in Wettingen. (Bild: pg)

30. Juni 2021
17:13

Eingangs hatte Ratspräsident Christian Pauli (FDP) den Rücktritt der entschuldigten Angela Eckert (FDP), die als Gerichtspräsidentin gewählt wurde, bekanntzugeben. Anstelle des zurückgetretenen Andreas Benz wurde Beat Brändli (Die Mitte CVP Wettingen) in Pflicht genommen. Nach dem Rücktritt aus dem gossen Rat bleibt Michaela Huser (SVP) dem Einwohnerrat erhalten. Martin Fricker (SVP) wird das Präsidium der Fraktion übernehmen.


Dringender Handlungsbedarf

Im November 2017 nahm der Einwohnerrat den im Jahre 2016 erstellten Schulraumplanungsbericht und die daraus resultierenden Standortstrategien zur Kenntnis. In einer gekürzten Machbarkeitsstudie wurden zwei Erweiterungsstandorte für die Bezirksschule und ein Primarschulhaus im Osten der Gemeinde erarbeitet. Die damaligen Schlussfolgerungen beruhten auf den Schülerzahlen aus dem Schuljahr 2015/2016 sowie den Einwohnerprognosen und der Siedlungsentwicklung aus der damaligen Sicht. Es wurde festgehalten, dass es mittelfristig an Klassenräumen sowie Gruppen-, Aufenthalts- und Blockzeitenräumen fehlen wird. Die Aktualisierung von Anfang 2019 und das Monitoring 2021 bestätigen die damaligen Prognosen. Trotz Abstimmung der Prognosen der Schülerzahlen auf die Bauzonenplanung und Siedlungsentwicklung, verstärkt durch das Wachstum der Gemeinden Neuenhof und Würenlos, zeichnet sich ein dringender Handlungsbedarf ab. Die in Auftrag gegebene Machbarkeitsstudie wird den Handlungsbedarf aufzeigen. Es gelte nun, einen weitsichtigen Lösungsvorschlag zu erarbeiten und nebst dem knappen Schulraum auch das Angebot der Tagesstrukturen nicht ausser Acht zu lassen. Lukas Rechsteiner (EVP) ist der Ansicht, dass nebst dem Bevölkerungswachstum auch die Anforderungen an den Schulunterricht weiter steigen werden. Als Vision sieht Sylvia Scherer (SVP) am Standort der Bezirksschule den Bau eines Oberstufenzentrums. Mit dem Neubau eines Primarschulhauses am Ostrand der Gemeinde könnte ein weiterer Schulkreis entstehen, so Alain Burger (SP). Bildungsvorsteher Sandro Sozzi (Die Mitte CVP Wettingen) bezeichnete die Vorschläge als prüfenswert und stellte für den kommenden Frühling eine Machbarkeitsstudie in Aussicht. Der Bericht zur Schulraumplanung 2016–2030 sowie das Monitoring 2021 wurden zur Kenntnis genommen.


Ja zur energetischen Sanierung

Vor zwei Jahren stimmte der Einwohnerrat einem Kreditbegehren von 1,565 Millionen Franken für die dringende Realisierung des 2020 fertiggestellten Erweiterung und Instandsetzung der Liegenschaft Schartenstrasse 42 zu. Aus finanziellen Gründen und um Zeit zu sparen, wurde auf ein Untergeschoss und auf die Vorbereitung einer möglichen späteren Aufstockung verzichtet. Anstelle der bestehenden Elektroheizung im rund 100-jährigen Altbau werden nun beide Gebäude mit einer Luft-/Wasser-Wärmepumpenanlage geheizt. Im Zuge einer sanften Instandsetzung im Innern wurden die Elektroinstallationen ersetzt. Aus Kostengründen wurde im Zuge des Anbauprojekts auf eine energetische Sanierung des Altbaus verzichtet. Die Gemeinde Wettingen hat sich mit dem bestehenden Energieleitbild verpflichtet, bei eigenen Bauten und Anlagen energetisch vorbildliche und wirtschaftlich tragbare Lösungen zu planen und umzusetzen. Der Energieverlust aufgrund der offenen Verbindung beider Gebäude widerspricht sowohl den Energievorschriften als auch dem genannten Leitsatz. Mit einer Energiesanierung von Dach, Fassade, Fenster und Kellerdecke können langfristig Einsparungen im Gesamtenergieverbrauch von bis zu 70 Prozent erreicht werden und auch die bereits installierte Wärmepumpenanlage kann durch die Sanierung effizienter und kostensparender betrieben werden. Die Gründe, warum bei der Innensanierung des Altbaus auf die energetische Sanierung verzichtet wurde, sind bekannt. Trotzdem wurden diese hinterfragt. Die Notwendigkeit stand ausser Frage, und so wurde dem Kreditbegehren von 350 000 Franken grossmehrheitlich zugestimmt.

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