«Coiffeuse ist mein Traumberuf»

Mitten in der Pandemiekrise wagt Coiffeuse Tanja Schiesser in Schinznach-Dorf den Schritt in die Selbständigkeit. Für sie geht damit ein Traum in Erfüllung.

Tanja Schiesser neben dem «Haarwäsche-Thron». (Bild: sha)

11. November 2020
16:39

Die Gegensprechanlage im Gewerbepark Schinznach an der Veltheimerstrasse 12 ist zwar noch ein wenig laut eingestellt, aber dafür ist Tanja Schiesser ganz Ohr für die Wünsche ihrer Kundschaft. Seit dem 17. Oktober hat im ersten Stockwerk der Coiffeursalon Haar Look seine Türen geöffnet. Warme Holztöne empfangen die Besucher auf 74 Quadratmetern Fläche. Blickfang in der Mitte des hellen Raums und gleichzeitig dessen Prunkstück ist der «Thron» für die Haarwäsche. Dieser stiehlt selbst dem prächtigen Ausblick aus dem Fenster in Richtung Veltheim die Show. «Ich bekomme viele Komplimente von Besuchern für die Einrichtung meines Salons», freut sich die 32-jährige Berufsfrau und erklärt den Werdegang: «Ich wartete auf ein gutes Angebot, und die Samuel Amsler AG als Vermieterin ermöglichte mir eine tolle Chance.» Angestrebt wird im Gewerbepark ein «synergiereicher Mietermix». Für Tanja Schiesser passt dies wunderbar, denn die Nachbarmieterin im Dienstleistungsbereich ist die mit ihr befreundete Bewegungstherapeutin und Masseurin Tanja Meinen. Umso leichter fiel Tanja Schiesser der Entscheid, in Schinznach den bereits seit längerer Zeit angestrebten Schritt in die Selbständigkeit zu wagen.


Mut zur Selbständigkeit
Diese Idee reifte in ihr umso mehr während des Lockdowns, der die Zunft der «Figaros» im letzten Frühjahr speziell hart traf. Tanja Schiesser, die derzeit noch in einem anderen Coiffeursalon angestellt ist, und peu à peu ihren «Haar Look» aufbauen will, erinnert sich: «Von Mitte März bis Ende April waren wir zur Untätigkeit verdammt; das war wirklich hart.» Sie nutzte diese Zeit, um ihr eigenes Geschäft planen zu können, und freute sich, dass es endlich losging.


Vorbild war die eigene Mutter
Dass sie Haarkünstlerin werden wollte, wusste die hauptsächlich in Niederlenz aufgewachsene Tanja Schiesser schon seit sie ein kleines Mädchen war. Ihr grosses Vorbild war die eigene Mutter. «Mein Mami Katja Wirz ist eine leidenschaftliche Coiffeuse. Ich war damals hautnah dabei, denn sie arbeitete meist zu Hause. So entwickelte sich bei mir der Bezug zu den Haaren und zum Haarepflegen schon früh», erzählt die sympathische junge Berufsfrau strahlend. Doch was macht Coiffeuse für sie zum Traumberuf? «Ich finde es toll, die Kundinnen und Kunden verschönern zu können und auf ihre Wünsche einzugehen.» Ihre Berufswahl hat sie nie bereut, selbst wenn sie auch die Schattenseiten kennenlernte: Ihre Mutter musste den Beruf wegen gesundheitlicher Probleme wechseln. «Die körperliche Belastung in diesem Beruf ist hoch; viele entwickeln Rücken- und Handgelenkschmerzen oder haben Hautallergien», weiss sie. Mit regelmässiger Physiotherapie und Chiropraktik steuert sie dem erfolgreich entgegen.


Von der Pike auf
Zur vielseitigen Berufsfrau liess sich Tanja Schiesser an verschiedenen Stationen von der Pike auf ausbilden. Nach der dreijährigen Lehre bei Coiffure Leonardo in Neuenhof im Damenfach – «eine lehrreiche, aber intensive Zeit mit wöchentlichen Modellabenden» – holte sie das Herrenfach bei einem Betrieb in Elgg ZH nach und arbeitete seither in verschiedenen Betrieben in den Kantonen Aargau und Zürich. Da ist also selbst mit jungen Jahren schon einiges an Berufserfahrung zusammengekommen. Als ideal erweist sich für Tanja Schiesser auch die Nähe zum Wohnort. Kürzlich ist sie mit ihrem Freund Lionnel Lüscher, Leiter des Aquarena-Restaurants Bad Schinznach, nach Auenstein gezogen. Sie sagt: «Ich freue mich, die Kundschaft aus dem Schenkenbergertal noch besser kennenzulernen. Termine lassen sich online ganz einfach buchen unter haarlook.ch. Bis Ende Jahr gewährt Tanja Schiesser, die auch Produkte der Firma Schwarzkopf vertreibt, einen Kennenlernrabatt von 10 Prozent. Und auch für ihre junge Kundschaft sowie deren Eltern hat sie sich etwas einfallen lassen: Für jeden Elternteil, der sich die Haare schneiden oder färben lässt, werden auch einem Kind bis zehn Jahre die Haare gratis geschnitten. So lässt sich für eine Familie ganz schön Geld sparen.

War dieser Artikel lesenswert?
0

Wir setzen uns mit Herzblut und Know-how für gute Geschichten aus Ihrer Region ein. Wenn auch Sie hochwertigen Journalismus schätzen, können Sie uns spontan unterstützen. Wir danken Ihnen – und bleiben gerne für Sie am Ball.

Kommentare (0)

Keine Kommentare gefunden!

Neuen Kommentar schreiben

Tod im Februar – Alan Parks

Freunde von Kriminalgeschichten werden Freude an diesem Roman haben. Er zeigt,… Weiterlesen

«Hier habe ich Raum für die Musik»

Vor einem Jahr zügelte Familie Ehrensperger von Dättwil nach Accra. Musiker-Papa… Weiterlesen

blog

Tod im Februar – Alan Parks

Freunde von Kriminalgeschichten werden Freude an diesem Roman haben. Er zeigt,… Weiterlesen

blog

Fühl dich wohl in deinem Zuhause – Frida Ramstedt

Was brauchen wir wirklich, um uns in den eigenen vier Wänden wohlzufühlen? Was… Weiterlesen

region

Schönheit mit Abgründen

Claudia Spinelli und Maria Bänziger vom  Kunstraum Baden haben auf ihren… Weiterlesen