Dank Spenden ein positiver Abschluss

Spenden verwandelten das kleine Minus der Betriebsrechnung bei der Stiftung Domino doch noch in einen beachtlichen Gesamterfolg.

Sie informierten über die wissenswerten Fakten: Peter Schmidlin, Karin Fergg, Jörg Hunn und Philipp Küng mit dem neu angeschafften Tandem. (Bild: mw)

26. Mai 2021
15:17

Nach der Begrüssung durch den neuen Stiftungsratspräsidenten Philipp Küng informierte Jörg Hunn, Präsident der Betriebskommission, über den  Geschäftsverlauf im vergangenen Jahr. Seinen Ausführungen zufolge gingen die Erträge aus Produktion und Dienstleistungen im Vergleich zu 2019 im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie um 310'000 Franken zurück. Vor allem die Gastronomie mit dem Café Domino in Hausen und dem Mikado-Café in Windisch, der Cateringbereich und auch die Montageabteilung waren von den Restriktionen betroffen. Trotz der Mindereinnahmen und Mehrausgaben schloss die Betriebsrechnung bei einem Ertrag von 11,344 Mio. und Aufwendungen von 11,372 Mio. Franken mit einem Verlust von lediglich 28'000 Franken ab. 177'000 Franken (Vorjahr 150'000 Franken) gingen an Spenden ein, hingegen fielen die mit 87'000 Franken verbuchten Erträge aus Erbschaften und Legaten um eine halbe Million geringer aus. Andererseits konnte der Nettoerlös von 418'000 Franken aus dem Verkauf einer Liegenschaft in Umiken, deren Bewohner in die Stadt umsiedelten, in der Spendenrechnung verbucht werden, weil der seinerzeitige Erwerb auf eine Teilspende zurückgegangen war. Nach Abzug von diversen für besondere Zwecke erbrachten Leistungen an die Klientinnen und Klienten (dazu gehört auch die Anschaffung eines Tandems, das mit Begeisterung benützt wird) verblieb ein erfreulicher Betrag von 606 000 Franken. Unter Berücksichtigung des Defizits aus der Betriebsrechnung verblieb im Gesamtergebnis schliesslich ein Plus von 578'000 Franken. Dieses Geld kann die Stiftung im Zusammenhang mit dem Bau des Wohnhauses Romeo gut gebrauchen, weil nicht die gesamten Baukosten über Kantonsbeiträge gedeckt sind. So wird die zusätzlich geplante Photovoltaikanlage mit rund 300 000 Franken zu Buche schlagen. In der Bilanz stehen sich Aktiven und Passiven von 13,755 Mio. Franken gegenüber. Das Eigenkapital ist auf 10,328 Mio. Franken angewachsen.


Ein Grossbetrieb

Letztes Jahr hat die Zahl der in der Stiftung Domino tätigen und wohnenden Personen von 194 auf 189 abgenommen. Genutzt wurden unter anderem 135 geschützte Arbeitsplätze, 31 Werkatelierplätze sowie Tagesstrukturen für Seniorinnen und Senioren und zusätzliche IV-Massnahmen. Punkto Belegung wird sich die Situation wieder ändern, denn auf der Warteliste für den Einzug ins neue Wohnhaus Domino sind bereits recht zahlreiche Namen vorgemerkt. In der Assistenz für die Bewohnerinnen, Bewohner und die in der Stiftung arbeitenden Beschäftigten sowie in der Verwaltung wirken 111 Personen in 79 Vollzeitstellen mit hohem Engagement .

Über aktuelle Themen aus der Stiftung orientierte Karin Fergg, Leiterin Dienste und stellvertretende Geschäftsleiterin, auch im Namen des ferienhalber abwesenden Hauptverantwortlichen Rainer Hartmann. Sie verwies auf die Corona-Schutzmassnahmen, die zur Folge hatten, dass in der Stiftung niemand schwer erkrankte. Auf dem Programm stehen in der Frei- und Ferienzeit Aktivitäten rund ums Haus und spannende Ausflüge in der Region. Anlässe wie Weihnachtsessen, Fasnacht und Sommernachtsfest wurden entweder verschoben oder ganz abgesagt. Im Mai ist nun die zweite Corona-Impfung angesagt.

Nach erfolgter Vernehmlassung bei Mitarbeitenden, Bewohnern, Beiständen, Personal und Fachstellen wird aktuell ein neues Assistenzkonzept eingeführt. Dieses orientiert sich noch stärker als bisher am UNO-Übereinkommen betreffend die Rechte von Menschen mit Behinderungen und den entsprechenden Unterstützungsbedarf. Zudem wird auf regionaler Ebene eine Vernetzung zwecks Schaffung einer Koordinationsstelle Behinderung ins Auge gefasst. Erste Gespräche in dieser Sache haben bereits stattgefunden.


Das neue Wohnhaus

Peter Schmidlin, Präsident der Baukommission, teilte mit, dass beschlossen worden sei, auf die bisherige Bezeichnung Wohnheim zu verzichten. Die neuen Namen lauten nun Wohnhaus Domino und Romeo. In Letzterem entstehen zwanzig betreute Wohnplätze, aufgeteilt in vier Wohngruppen, eine Wohngruppe mit fünf Wohnplätzen und integrierter Beschäftigung sowie 22 Atelierplätze. Das unterirdische Parking wird 34 Abstellplätze aufweisen. Küche und Wäscherei beherbergt das Wohnhaus Domino, von dem aus Platzgründen zwei Ateliers ins Romeo-Gebäude verlegt werden.

Seit dem Spatenstich im September 2020 sind die aktuell zu 95 % vergebenen Arbeiten am Neubau schon recht weit fortgeschritten und laufen im Rahmen des Terminplans. Im Anschluss an das Betonieren der aus Gründen der Statik und der Erdbebensicherheit massiv konzipierten Mauern und Decken werden die vorgefertigten Holzelemente der umlaufenden Fassade voraussichtlich in rund drei Monaten montiert. Die Stiftung geht davon aus, dass die Einweihung vor den Sommerferien 2022 mit einem Fest erfolgen kann. Die Kosten des Hauses, die in rund drei Jahrzehnten durch den Kanton via Tarif refinanziert werden, sind laut vom Stiftungsrat genehmigtem Budget – exklusive Photovoltaikanlage – auf 13,079 Mio. Franken veranschlagt.

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